28.11.10 - Werder Bremen - St. Pauli 3:0

Wir hatten es im gesamten November nicht geschafft ein Tor zu schießen, geschweige denn zu gewinnen. Der letzte Anlauf sollte also gegen die Hamburger aus St. Pauli erfolgen. Per P&R ging es wie immer zum Stadion, an welchem erstmal der Kopf über die Pauli-Bremen Freundschaftsschals geschüttelt wurde. Was soll das? Hamburg bleibt Hamburg! Das Dach unserer Ostkuve war auf der rechten Seite schon fast komplett fertig, was an diesem sonnigen Tag jedoch zum Glück keine Bedeutung fand. In unserer Startaufstellung tauchten erneut die Amateure Schmidt und Kroos auf, welche bereits in London eine gute Figur gemacht hatten. Werder startete wahnsinnig: Nach nicht mal einer Minute erzielte der Rückkehrer Almeida die Führung. Die Angst, wir könnten wie so oft in dieser Saison wieder einbrechen stellte sich als unbegründet heraus, denn eben dieser Hugo sorgte selbst für die Tore zwei und drei. In der Halbzeit gab es einen sehr schlechten Heiratsantrag: "Achso, ich wollte dich noch fragen ob du vielleicht meine Frau sein willst!?", der uns aber wenigstens kurz von der Kälte ablenkte. Hugo flog leider wegen einer Tätlichkeit noch vom Platz und machte seinen perfekten Tag selber zunichte, doch auch ein Pauli-Spieler flog noch nach bösem Foul an Frings. Alles in allem zählt aber nur eins: 3 Punkte !!!

Strecke: /
Zuschauer: 36000
Anreise: /
Tore: 1:0 Almeida (1.), 2:0 Almeida (20.), 3:0 Almeida (64.)

24.11.10 - Tottenham Hotspur - Werder Bremen 3:0

Die Werder Krise hatte, anders als z.B. bei Schalke, in allen Wettbewerben voll zugeschlagen, sodass auch in der Königsklasse nur wenig Hoffnung auf ein Weiterkommen existierte. Und grade jetzt sollte es zum absoluten Highlight dieser Saison kommen: Das Auswärtsspiel in London bei den Spurs. Am Dienstagabend traf man sich mit einer Kanne voll Glühwein am Stadion, um mit dem Bus den Weg nach England anzutreten. Der Bus war voll besetzt mit einer gesunden Mischung aus bekannten Leuten, älteren Allesfahrern und ein paar kaputten Alkis. Wir kamen ausgesprochen fix durch und chillten bei English Breakfast bereits morgens auf der Fähre. Auf der anderen Seite angekommen wurden wir jedoch erneut angehalten, da unser Bus angeblich radioaktiv strahlte. WTF? Es stellte sich heraus, dass eine Mitfahrerin vor kurzem mit diesen Strahlen behandelt wurde und es immernoch nachgewiesen werden konnten, wir durften jedoch weiterfahren. Auf dem Weg nach London blieb natürlich kein schlechter Witz über Castor Transporte unausgesprochen, sodass es trotz Stau ein lustiger letzter Reiseabschnitt wurde. In London angekommen brauchten wir eine Weile um einen geeigneten Platz für unseren Bus zu finden, doch auch das klappte irgendwann. Per Zug und U-Bahn ging es dann zur Victoria Station, um den Rest unserer Leute einzusammeln, die den Weg mit dem Flugzeug angetreten hatten. Im Pub wurde dann erstmal ein Bier gezischt, ehe wir den Fernseher entdeckten, der Studentenkrawalle beim Parlamentsgebäude zeigte. Also nichts wie hin. Die Demo war sehr interessant, entwickelte sich jedoch immer mehr in die gewalttäige Richtung und als wir so langsam aus dem Kern raus wollten, da sich die Polizeikette auf uns zu bewegte, war eine längere Diskussion mit einem Beamten notwendig, um den Platz zu verlassen. Ich wurde noch kurz von der BBC interviewt, wobei ich mich mit den Studenten solidarisierte und weiter ging es zur Tower Bridge. Mit Fish & Chips und dem guten alten Becks wurde der Sonnenuntergang an Englands schönster Brücke genossen, ehe wir letztlich zum Spiel aufbrachen. Dank meiner London-Kenntnisse war dies auch alles kein Problem, sodass wir pünktlich eine Stunde vor Anpfiff unsere Plätze an der White Hart Lane einnahmen. Wir stellten schnell fest, dass wir an diesem Abend mit einer absoluten Rumpfelf auflaufen mussten, da sich Almeida kurz vor dem Spiel zur Verletztenliste hinzufügte. Bis zum Anpfiff war von den Spurs nichts zu hören, doch pünktlich zum Anpfiff hatten wir dann akustisch keine Chance mehr - ein weiterer Beweis, dass englische Stadien das beste der Welt sind. Doch auch wir hatten mit dem lautesten "Wo die Weser.." ever und "You only sing when you winning" sehr laute Phasen. Doch es half alles nichts: Bereits nach 5 Minuten lagen wir wieder hinten. Doch Werder gab sich dieses Mal nicht auf und kämpfte - spielte mit. Jedoch war der Klassenunterschied bei manchen Spielern nicht wegzukämpfen, sodass wir vor der Pause das fällige 2:0 kassierten. Nach der Pause hatten wir dann sehr viel Glück, als die Londoner zweimal die Latte trafen und Wiese einen Elfmeter hielt. Doch das 3:0 konnte auch er dann nicht mehr verhindern. Nach dem Spiel gab es keine Pfiffe aus unerem Block, sondern ein geschlossenes "Thomas Schaaf, du bist der beste Mann" - Gänsehaut. Bei klirrender Kälte wurde anschließend auf den Bus gewartet, was mit den Spurs-Spielern überbrückt wurde, die an uns vorbei liefen, da sie auf dem gleichen Parkplatz parkten. Die Rückfahrt war erwartungsgemäß sehr ruhig und auf der Fähre wurden die letzten Pounds in die Spielautomaten geworfen. Danke an alle, die da waren und diesen Tag zu einer traufhaften Auswärtstour gemacht haben.

Strecke: 1623 km (hin und zurück)
Zuschauer: 36310
Anreise: Bus, Fähre
Tore: 1:0 Kaboul (6.), 2:0 Modric (45.+1), 3:0 Crouch (79.)

13.11.10 Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 0:0

Nach einer langen Durststrecke ohne Punkte und viel Pöbelei gegen den Trainer, Mr. Saftladen Arnautovic und unseren neuen französischen Linksverteidiger sollte gegen Frankfurt eeendlich mal wieder ein Sieg her. Doch mit ihrem grandiosen Angreifer Gekas kamen die Gäste als Tabellen Vierter an die Weser und stellte alles andere als einen Punktelieferanten dar. Ganz entspannt per Park & Ride ging es relativ zeitig zum Stadion. Am OKS Stand gab es nichts, was ich noch nicht besitzen würde, sodass es schnell ins Stadion ging und vergeblich ein Backfisch für KiNG gesucht wurde. Die gute alte Bratwurst musste es richten. In der Kurve begutachteten wir dann unser neues Dach, was immer mehr Formen annahm, jedoch noch nicht vor Regen schützte - doch außer ein paar wenigen Tropfen blieb es zum Glück trocken. Frankfurt präsentierte sich gewohnt lautstark, auf unserer Seite gab es das Spruchband, welches auch schon beim Training das Team die Augen öffnen sollte:Und die Mannschaft legte motiviert los: Marin und Wesley waren viel unterwegs, doch Schüsse aus der zweiten Reihe gingen entweder genau auf den Mann, oder wurden von Nikolov beseitigt. Auch Unsicherheitsfaktor Nummer 1 Silvestre machte ein gutes Spiel und schlug die eine oder andere Flanke. Doch Pizarrovertretung Wagner handelte glücklos, Arnautovic später ebenfalls. Eine sehr schöne Szene hatte Nikolov, als der Schiedsrichter auf Abstoß entschied, Nikolov jedoch zugab, dass er an dem Ball noch dran war. Großer Sport! Das Spiel ging mit 0:0 zu Ende und es blieb nur ein Satz zum Spiel zu sagen: Wenigstens nicht verloren.

Strecke: /
Zuschauer: 34000
Anreise: /
Tore: Nö.

02.11.10 - Werder Bremen - Twente Enschede 0:2

Ein sehr langer Tag an der Uni ging zuende, doch an Arterien, Herzschlagfrequenzen und Lungenkrebs war nicht wirklich zu denken, denn nur ein Wort lag im Raum: Europapokal. Nachdem die lästige Nebenbeschäftigung Universität abgehakt war, ging es direkt in unsere Kneipe an der Nienburger Straße, wo der Rest vom Haufen bereits wartete. Es wurden ein paar Biere gezischt und sich mit zwei Holländern ausgetauscht, die ebenfalls den Weg zu uns gefunden hatten. Die beiden berichteten, wie sehr sie doch unseren guten alten Arnautovic hassen, dass sie den Verein West Ham United sehr schätzen und dass wir auf jeden Fall an diesem Abend verlieren werden. Nachdem wir die beiden genug belächelt hatten, entschlossen wir uns zum Stadion zu gehen. Ein "all chics are bitches" in Richtung Polizeiwagen stieß leider nicht auf helle Begeisterung, weshalb wir unseren schönen Persos für einige Minuten verloren - kein Humor diese Turtles. Im Stadion gab es dann wieder den Stimmungsboykott der akitven Fans, weshalb an diesem Tag also Fussballgucken angesagt war. Das Spiel war dann sehr ausgeglichen und Werder kam erneut nicht wirklich ins Spiel. Leider musste unser Kapitän kurz vor Schluss die Notbremse ziehen, sodass die fällige rote Karte uns sehr schwächte. Der beeindruckende Twente-Block durfte wenig später dann auch ausratsen, denn die Holländer machten das 0:1. Werder konnte nichts mehr gegen die Niederlage machen und fing sich sogar noch das 0:2 - wieder einmal beeindruckend wie schnell sich ein Stadion leeren kann. Pfiffe gab es wenige, alle waren einfach zu enttäuscht. Nun sind sogar die Chancen auf die Europaleague sehr gering - es sei denn, wir gewinnen in London . . .

Strecke: /
Zuschauer: 30200
Anreise: /
Tore: 0:1 Chadli (81.), 0:2 de Jong (84.)