25.10.11 – Arsenal - Bolton Wanderers 2:1

Das letzte Spiel meiner London-Reise führte mich ins Emirates Stadium. Arsenal spielte im Carling Cup gegen den Ligakonkurrenten Bolton Wanderers. Auch hier begrüßten wir wieder einen alt bekannten Bremer: Ivan Klasnic.

Mit 56.000 Zuschauern war das Spiel fast ausverkauft – wahrscheinlich auch weil die Kartenpreise bei ‚nur‘ £20 lagen; für die Engländer ein echtes Schnäppchen.
Das Stadion war, mit den anderen drei Stadien verglichen, das bisher Größte und Schönste meines Aufenthaltes.

Auch bei Arsenal wurden die meisten Stars geschont, erst 2 Tage vorher hatte man in der Liga gegen Stoke City gespielt und gewonnen. Für uns hieß das, dass wir Merte leider nicht spielen sehen konnten. Schade – vielleicht beim nächsten Mal.
Arsenal dominierte die Partie gleich von Beginn an, jedoch ohne eine zwingend Torchance zu erspielen. Das lag vor allem an den vielen Fehlpässen im Mittelfeld, die teilweise gefährliche Konter der Gäste aus Bolton einleiteten. Deshalb war es auch nur eine Frage der Zeit, bis die Gäste das erste Tor erzielen würden. In der 47. Minute war es dann Muamba, der den Führungstreffer markierte.
Aufgeweckt von diesem Tor übernahm Arsenal danach wieder die Partie und glich in der 53. Minute durch Arshavin aus. Nur 3 Minuten später sorgte dann Park Chu-Young für die Führung der Gunners.
Danach verwaltete Arsenal das Spiel und ließ den Gegner laufen, ehe der Schiri pünktlich abpfiff.

Letztendlich war es ein sehr gutes Spiel in einem sehr schönen Stadion, welches ich bestimmt noch öfters besuchen werde und jedem empfehlen kann, der die Möglichkeit hat, hierher zu kommen!

20.10.11 – Tottenham Hotspur – Rubin Kazan 1:0

Nach den Spielen in Luton und an der Stamford Bridge war heute die ‚White Hart Lane‘ an der Reihe. Mit der U-Bahn fuhren wir bis zur Haltestelle ‚Seven Sisters‘, von wo wir etwa 20 Minuten bis zum Stadion brauchten. Vorbei an indischen, japanischen, brasilianischen und pakistanischen Shops und Restaurants erreichten wir das Stadion dann überpünktlich.

Das Stadion ist, ähnlich wie die Stamford Bridge, von außen sehr unscheinbar, denn es ist mitten in eine Wohnsiedlung gebaut. Nichtdestotrotz ist es von innen ein sehr nettes und schönes Stadion.
Vom Papier her, war das Spiel eigentlich eine klar Angelegenheit – doch die Aufstellung überraschte ein wenig.
Außer Pavlyuchenko, Defoe und Lennon wurden die meisten Stars geschont. Auf der Gegenseite trafen wir auf einen alten Bekannten, der nun für Rubin aufläuft – Nelson Valdez, bekannt aus seinen Zeiten bei Werder.
Tottenham dominierte das Spiel von Beginn an – man hatte über die gesamte Partie nie den Eindruck, dass Rubin Kazan hier einen Punkt mitnehmen wird. Und so kam es auch. In der 33. Minute versenkte Pavlyuchenko einen Freistoß von der Strafraumgrenze im Winkel – ein klasse Tor.

Danach plätscherte das Spiel vor sich hin, ab und zu kam Rubin Kazan dann mal vor das Tor von Ersatzkeeper Gomes, der zwar ein bis zwei Unsicherheiten zeigte, sonst aber keinerlei Chancen zuließ und souverän auftrat.
Insgesamt gesehen geht der Sieg für Tottenham in Ordnung, denn Rubin erspielte sich keine echte Chance heraus und blieb ansonsten ziemlich harmlos vor dem Tor.

Das Spiel war mit 24.000 Zuschauern nur etwa zu 70% ausverkauft. Für ein Spiel in der Euro League und einem Sitzplatz in den ersten Reihen der Haupttribüne ging der Kartenpreis von £30 jedoch vollkommen in Ordnung.

18.10.11 - Luton – Wrexham 0:1

Durch meinen Freund Tim wurde ich auf den kleinen Klub ‚Luton Town‘ im Norden Londons aufmerksam gemacht. Luton spielt in der Conference-League und belegte bis dato den 3. Platz in der der Tabelle – zwei Ränge hinter Wrexham, den heutigen Gegner aus Wales. Es sprach also alles für ein echtes Spitzenspiel.

Mit dem Zug ging es dann von King’s Cross (ca. £13) in Richtung Luton, wo uns ein Freund von Tim aufsammelte und uns mitnahm. Nach ein paar Drinks ging es dann aber gleich weiter ins etwa 15 minütig entfernte „Kenilworth Road Stadium“, welches etwa 10.000 Zuschauer fasst.

Durch guten Kontakt von Tims Freund zu den lokalen Ticketdealern konnten wir uns noch für schlappe £18 zwei Karten sichern. Von außen machte das Stadion – für einen 5. Ligisten - einen netten Eindruck: zwei größere Tribünen, eine Kleinere für die Gästefans aus Wrexham, die etwa mit 200 Leuten vertreten waren und eine Tribüne komplett für die VIP-Gäste.

Um den Hunger zu stillen, vertilgten wir jeweils einen Pukka Pie. Ein kuchenartiges Etwas mit einer Füllung aus Fleisch und Soße in einer Plastikschale – ziemlich lecker, jedoch für den Neuling zieeeeemlich schwer zu essen!
Nach dem diese Hürde auch genommen war, nahmen wir unsere Plätze auf der Haupttribüne ein und verfolgten das Spiel.

Stimmungstechnisch konnte man die mitgereisten Fans aus Wrexham so gut wie gar nicht verstehen – dafür fehlte die Koordination. Anders war das bei den Fans aus Luton, die mit etwa 400 Leuten, zwar etwas leise aber doch durchgängig, supporteten und ihr Team unterstützten.

Bis zur 73. Minute tat sich nicht wirklich viel. Es war eigentlich immer dasselbe Spiele: kaum war eine Mannschaft im Ballbesitz, schon wurde der Ball nach vorne geschlagen – Kick and Rush auf höchstem Niveau ;-)
Bis dahin war die Partie ziemlich ausgeglichen, beide Mannschaften nutzten ihre wenigen Chancen aber nicht,
Nach einer Unaufmerksamkeit in der Mannschaft der „Hatters“ nutzte dann Pogba in der 73. Minute die Chance zum 0:1 und sorgt somit für den Auswärtssieg des FC Wrexham. Danach drängte Luton zwar auf das Tor, erspielte sich aber keine zwingende Gelegenheit, ein Tor zu erzielen.

Nichtdestotrotz hat sich die Fahrt auf jeden Fall gelohnt, da man einen sehr guten Einblick in den „richtigen englischen Fußball“ erhaschen konnte und man sehr herzlich aufgenommen wurde durch die lokalen Fans.

Aktuell steht Luton nur noch auf dem 7. Platz.