11.05.13 - Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 1:1

Da war er wieder der elfte Tag des Monats Mai. War da was? Achso ja, mein unbedeutendes Leben feierte 24 jähriges Jubliläum - aber viel wichtiger: Es stand mal wieder eine Endspiel für unseren geliebten Sportverein an. Denn mit einem Sieg gegen die Frankfurter konnte der lange ersehnte Klassenerhalt endlich erreicht und die grausame Saison abgehakt werden. Da es das letzte Heimspiel der Saison war, trafen wir uns bereits um 12 Uhr, um gemeinsam in den Vegesacker Hafen zu fahren, wo wir dann auf die Fähre richtung Weserstadion umstiegen. Bei gemütlichem Bier tuckerten wir über die Weser und ließen es uns gut gehen - bis wir bei der Waterfront ungewöhnlichen Besuch bekamen. Etwa 100 Frankfurter hatten wohl die selbe Idee gehabt und enterten buchstäblich das Schiff. Innerhalb von Sekunden war das Oberdeck besetzt, Bengalos gezündet und alte Herschaften von den Sitzen verdrängt. Wir fanden noch zwei umgängliche hessische Exemplare, mit denen wir noch einige Zeit über unser Stadion, Thomas Schaaf und die Saison sprachen. Am Stadion angekommen gingen wir recht zügig ins Stadion, wo es bereits ordentlich voll war - es war wieder so ein Spiel, welches Bremen unbedingt sehen wollte. Zum Warmlaufen der Mannschaften gab es dann einen sehr coolen Geburtstagsgruß meiner Jungs auf der Anzeigentafel, für den ich mich nochmal bedanken will - sehr geil :)


Kurz vor Anpfiff machte Frankfurt seinen Ruf wieder alle Ehre: Die Ultras kletterten aus dem Stehblock heraus und stellten sich in den Sitzplatzbereich - Durchsagen von Herrn Zeigler wurden ignoriert. Stattdessen wurden Gummipuppen, geklaute Werder-Zahnfahnen und der "Gegen Xylophon-Verbote"- Doppelhalter präsentiert. Hintergrund: Frankfurt hatte im Vorfeld den Antrag gestellt ein riesiges Xylophon mit ins Stadion zu nehmen, was jedoch abgelehnt wurde. 


Auf Werder-Seite gab es einige Spruchbänder bzgl. des Klassenerhalts. Die gute Stimmung aus der Vorwoche wurde weitesgehend auch in dieses Spiel übertragen - es ist aber wohl nur ein Wunschdenken, dass man diesen Schwung mit in die neue Saison nehmen kann. Zum Einlauf gab es noch eine von Werder durchgeführte Pappenchoreo im gesamten Stadion, welche ganz in Ordnung aussah - da hat man doch schon schlechtetes hier gesehen. Zum Spiel: Die Mannschaft aus der letzten Woche sollte den Sack also zumachen.
Und Werder spielte erneut eine sehr gute Anfangsviertelstunde, die durch das 1:0 durch De Bruyne (wer sonst) gekrönt wurde. Das Stadion rastete wieder komplett aus - auch als Hoffenheim zuhause gegen den HSV in Rückstand geriet. Es bleibt wohl auf einige Zeit noch einmalig, dass ein Hamburger Tor im Weserstadion bejubelt wird. In der Folgezeit wurde Werder dann etwas nachlässiger, Hamburg erhöhte jedoch in Hoffenheim, Augsburg spielte beim übermächtigen FC Bayern und die Düsseldorfer lagen ebenfalls hinten - alles im grünen Bereich also. Nach der Pause machten die Frankfurter allerdings den Ausgleich, was die Mansnchaft und auch das Stadion sichtlich nervös machte - auf den anderen Plätzen blieb alles beim alten. Als Frankfurt auf 1:2 erhöhte, blieb uns dann kurz das Herz stehen, bis der Linienrichter den Arm hob und Abseits signalisierte - puh! Dann passierte nicht mehr viel: Augsburg bekam in München noch drei Tore eingeschenkt, alle anderen Konkurrenten verloren ebenfalls und wir holten den Punkt. Abstieg abgewehrt! Unglaublich wichtig! Jetzt heißt es: aufarbeiten, Spieler ersetzen und nächstes Jahr Europa angreifen. Na ja erstmal geht es nächste Woche mit dem Sonderzug nach Nürnberg - dürfte eine süffige Fahrt werden.

Strecke: /
Zuschauer: 42100
Anreise: /
Tore: 1:0 De Bruyne (22.), 1:1 Lakic (51.)

 

08.05.13 - Werder Bremen II - ETSV Weiche Flensbug 1:1

Was macht man an einem Mittwochabend, einen Tag vor Himmelfahrt und drei Tage vor dem gefühlt wichtigsten Spiel des Vereins? Ja, man guckt sich an, wer in der Zukunft solche Abstiegssorgen vermeiden soll: Unsere U23. Bereits am Eingang konnte man Werder-B-Prominenz bestaunen, denn sowohl der langhaarige Stevanovic mit seiner wasserstoffblonden Freundin (bekannt aus der Bremer Ausgabe von Shopping Queen auf VOX) als auch unsere neue Hoffnung im Werder Mittelfeld Yildirim hatten den Weg zum Platz 11 gefunden. Tatsächlich auf dem Platz gab es dann wenige Spieler mit Profiverträgen anzufeuern: Lediglich unser zweiter Torwart Richard Strebinger, Johannes Wurtz und der kurzhaarige Stevanovic standen in der Startaufstellung. Das Spiel gestaltete sich relativ zäh - es gab nur wenige Torchancen auf beiden Seiten. Nicht zuletzt wird es an der Tatsache gelegen haben, dass es bei beiden Mannschaften um absolut gar nichts mehr geht in dieser Saison. Durch ein Missverständnis in der Abwehr, gingen die Flensburger dann jedoch vor der Halbzeit in Führung - es konnte jedoch kein einziger mitgereiste Fan ausfindig gemacht werden, den das gefreut hätte. Zur Halbzeit kam dann Sturm-Hoffnung Max Wegner ins Spiel, der auch wenige Sekunden nach Anpfiff eine Riesenchance hatte. Ein paar Minuten später nutzte der Stürmer jedoch eine weitere Gelegenheit eiskalt und erzielte das 1:1. Die Partie hatte zwar noch einige gute Szenen, ging dann jedoch mit diesem Unentschieden zuende. Nächste Woche treffen die beiden Teams im Rückspiel schon wieder aufeinander. Werder wird seinen fünften Tabellenplatz in dieser Spielzeit aber wohl nicht mehr abgeben. Nächstes Jahr dann bitte den Aufstieg anpeilen.

Strecke:/
Zuschauer: 280
Anreise: /
Tore: 0:1 Wulff (34.), 1:1 M. Wegner (61.)

04.04.13 - Werder Bremen - T$G Hoffenheim 2:2

Der Weg ins Pokalfinale hatte für uns ja bekanntlich bereits in der ersten Runde in Münster sein Ende gefunden. Doch die Bundesliga beschert uns in diesem Jahr eine nicht eingeplante Abstiegsangst weswegen wir in diesem Wettbewerb gefühlt jedes Wochenende ein Endspiel erleben dürfen - schlecht für die Nerven - offensichtlich gut für die Zuschauerzahlen, denn wann das letzte mal Karten für ein Hoffenheimspiel restlos vergriffen waren, kann ich leider nicht beantworten. Es war einfach unmöglich vor dem Stadion noch Eintrittskarten zu ergattern - sogar unsere Schwarzmarkt-Freunde hatten keine Stehplatzkarten mehr in der berühmten Jackentasche. Naja, alle die sich rechtzeitig um Tickets bemühen, kommen am Ende nunmal auch sicher ins Stadion. Spontan morgens aufzuwachen, durch das Fenster die Sonne scheinen sehen und die Entscheidung treffen "Werder wär auch mal wieder cool" ist nunmal nicht mehr so einfach wie es früher vielleicht einmal war.
Der Mannschaftsbus wurde bei Ankunft abgefeiert als gäbe es kein Morgen. Die Aktion "ALLEz Grün", die aus dem worum entstanden war, kann als Erfolg bezeichnet werden, denn der Osterdeich konnte sich über auffallend mehr grüne Kleidungsstücke freuen, als üblich. Die Tatsache, dass es eigentlich selbstverständlich sein sollte, seine Mannschaft in den Teamfarben zu unterstützen sei mal außen vor gelassen. Der Bremer braucht eben manchmal nen kleinen Schupser. Im Stadion chillten wir wie gewohnt zunächst in der Kurve, doch es wurde relativ schnell klar, dass die Stimmung einzigartig werden sollte....





Als Intro gab es eine eindrucksvolle und gut durchgezogene Choreo der Wanderers. Passend zu unserer Situation hieß es dort: "Nicht die Mittel entscheiden über den Erfolg - Es ist die Einstellung!" Der Spruch stellte eine Motivation an die Spieler, aber auch einen Seitenhieb in Richtung Elia und Arnautovic dar, die ja bekanntlich aufgrund von zu motivierten Fahren auf der A1 bis Saisonende bei der U23 mittrainieren dürfen. Na ja das Spiel begann jedenfalls mehr als großartig: Es waren 20 Sekunden gespielt, da fiel Hunt bereits im Strafraum der Gäste: Elfmeter - reingemacht - ausgerastet. Endlich mal wieder eine Führung für unser Team. Es fühlte sich an, als hätten wir jahrelang nicht mehr getroffen. Dann nach 24. Minuten erhöhte Werder auf 2:0 und alle waren sich eigentlich sicher: Das holen wir nach Hause. In der Halbzeit kam dann auch noch die Meistermannschaft von 1988 zu Besuch - inklusive Rehagel. Minutenlang ließen die Helden aus vergangenen Tagen sich vor der Ostkurve feiern. Nach dem Seitenwechsel dann das gleiche Bild: Werder spielte solide und die Osturve überbot die Champions League - Stimmung aus früheren Zeiten gefühlt um das zehnfache. Ich habe die Kurve wirklich noch nie so motiviert, laut und kreativ gehört wie an diesem Tag. So kam es dann, dass 20 Minuten vor Ende auch die Laola Welle (KiNG: "Zu früh!!") durch das Stadion schwappte und alle nen so gut wie sicheren Klassenerhalt feierten. Viele bekamen gar nicht mit, dass die Hoffenheimer ein paar Minuten vor Schluss noch den Anschlusstreffer erzielten - es war ja auch völlig egal wir hatten dieses Spiel gewonnen. Nachspielteit... Hoffenheim nochmal am Ball - langes Ding - abgefälscht - fällt dem eingewechselten Schipplock auf den Kopf - 2:2. Eine ganze Welt brach in diesem Moment zusammen. Das Stadion bekam eine Schockstarre - Spieler lagen auf dem Rasen - der Stadion DJ spielte "Wir sind Werder Bremen". Wir sind aber vor allem eins: Immernoch mittendrin im Abstiegskampf. Nächste Woche dann gegen Frankfurt. Kein einfacher Gegner. Egal, es ist mein Geburtstag. Ich wünsche mir eigentlich nur eins: Siegen und den Abstiegskampf abhaken. Nächste Saison dann wieder bei 0 starten. Lasst es uns gemeinsam packen. Nur noch zwei verdammte Spiele.

Strecke: /
Zuschauer: 41000
Anreise: /
Tore: 1:0 Hunt (1.), 2:0 De Bruyne (24.), 2:1 Schipplock (85.), 2:2 Schipplock (91.)

09.02.13 - VfB Stuttgart - Werder Bremen 1:4

Wenn KiNG um 4 Uhr nachts mit dem Auto vor dem Haus steht weiß man: heute steht eine etwas längere Tour an. So fanden wir uns dann um halb 5 mit einer ordentlichen Gruppe am Bahnhof in Achim ein, um in den Regionalexpress nach Hannover zu fahren. Bei einer Diskussion, wo genau jetzt eigentlich vorne und hinten im Zug ist, köpften wir die ersten Biere und fingen an zu fachsimpeln über unseren Sportverein. In Hannover machten wir unseren ersten Stop in der Backfactory, wo wir jedoch aufgrund von Bierkonsum nett herausgebeten wurden. Als dann noch die Bedienung hinter uns her war, weil wir unser Pfand auf ihrem Tablett abstellten (wir haben es doch nur gut gemeint / "wollt ihr mich verarschen?") suchten wir schonmal den Bahnsteig auf. Im dekadenten ICE machten wir uns es dann erstmal gemütlich und killten den Rest vom Bier. Als wir dann auch irgendwann die Steckdosen gefunden hatten, konnten wir dann auch mit Hilfe der Smartphones das Abteil mit Musik beschallen. In Stuttgart angekommen stellten wir zunächst fest, dass die Stadt auf jeden Fall einen neuen Bahnhof braucht und ließen uns erstmal vor dem Stuttgart21-Demostand fotografieren. Danach fanden wir durch Zufall das Mannschaftshotel unserer Elf, doch in den 5-Sterne-Schuppen durfte man mit Bierflasche in der Hand leider nicht betreten. Nun ja wir schlenderten anschließend über einen Flohmarkt, auf dem wir kurz überlegten einen Spielautomaten zu kaufen. Da wir damit wahrscheinlich Probleme am Einlass bekommen hätten, verzichteten wir dann doch. In der Gaststätte "Amadeus" hautei wir uns dann Käsespäzle rein und versauten uns gegenseitig das Bier mit Salz und Pfeffer. Die Bediennung war sichtlich erleichtert, als wir das Lokal verließen. Gut gesättigt machten wir uns dann auf den Weg zum Stadion, welcher kurzer als gedacht ausfiel. Als Gästefans mussten wir einen riesen Umweg laufen, um dann endlich unter uns grün-weißen zu sein. Im Block richteten sich alle Ultra-Gruppen an einer anderen Ecke ein, wir hingegen platzierten uns eher in der Mitte. Bei leichtem Schneefall warteten wir auf den Anpfiff und schauten unserem Team beim warmlaufen zu.
Dabei stellte sich dann heraus, dass Arnautovic erneut erkrankt war, doch nach dieser grandiosen Leistung gegen Hannover hätten wir das Team wahrscheinlich sowieso nicht umgestellt. Das Spiel begann jedoch nur für Stutgart gut: Nach zwei Chancen hätten wir uns nicht über einen Rückstand beschweren dürfen. Als dann jedoch de Bruyne den Pfosten traf, drehte sich das Spiel: Nur noch Werder spielte nach vorne. Und kurz vor der Pause durften wir uns dann über das 1:0 durch Ekici freuen. Nach dem Seitenwechsel erwischte Stuttgart zunächst wieder den besseren Start und das 1:1 war die logische Folge.
Doch Werder brach nicht ein und spielte weiter mutig nach vorne. Einen krassen Abwehfehler nutzte Hunt dann zum 2:1 für uns. Als Ekici wenig später einen direkten Freistoß im Winkel versenkte, drehte dur Kurve ab und sang "Deutscher Meister SVW". In der Nachspielzeit erhöhte de Bruyne noch auf 4:1 und machte den Deckel drauf. Wahnsinn! Auf dem Weg zum Bahnhof wurden wir dann noch etwas bepöbelt, worauf wir jedoch nicht eingingen. Im Burger King beobachtete wir dann einen Hund, der mitten in den Hauptbahnhof seinen Haufen legte und warteten dann bis eine Person in eben diesen hineinlief. Das entwickelte sich zum wahren Massenevent, sodass immer mehr Leute mit uns mitfieberten, bis es dann endlich soweit war und wir zufrieden abziehen konnten. Wir nahmen einen ICE früher nach Mannheim, um dort den Umsteig gechillter zu gestalten und tranken dort noch ein paar Bier. Im Zug bekamen wir dann ein abgetrenntes Abteil, was bei unseren Hits wie "Thüringer Klöße" oder "Mozart Margarethe" auch bitter nötig war. Doch dann, kurz vor Fulda passierte es: Der Zug hielt mitten im Nirgendwo. "Personen auf den Gleisen, auf unbestimmte Zeit Stillstand." Nunja wir enterten das Bordbistro und hielten mit viel Weizenbier die Laune hoch. Doch da wir unseren Anschlusszug in Hannover nicht mehr bekommen würden, googelten wir nach Alternativen und wurden nicht so wirklich fündig. Irgendwann fuhr der gute Zug dann mit einer Verspätung von 80 Minuten weiter und dann auch in Hannover ein. Am Infostand bekamen wir dann ein Großraumtaxi versprochen, was auch wenige Minuten später eintraf. Die Fahrt von Hannover nach Bremen wurde überwiegend geschlafen und die Tour ging langsam zu Ende. Europa wir kommen!!!

Strecke: 1500 km (hin und zurück)
Zuschauer: 42100
Anreise: Zug
Tore: 0:1 Ekici (34.) 1:1 Traore (50.) 1:2 Hunt (60.) 1:3 Ekici (72.) 1:4 De Bruyne (92.)

01.02.13 - Werder Bremen - Hannover 96

Die Vorzeichen für dieses Spiel waren denkbar schlecht. Erstens hatten wir eine Woche zuvor mit einer schwachen Leistung das große Derby verloren und zweitens hatten an diesem Freitag einfach niemand von dem gewohnten Haufen Zeit, das Stadion zu besuchen. Also machte ich mich alleine auf zum Osterdeich. Zu Gast sollte an diesem Tage Hannover sein, dementsprechend war das Polizeiaufgebot unglaublich. In allen Seitenstraßen liefen Pferdestaffeln umher und auf dem Gästeparkplatz konnte man vor lauter Mannschaftswagen der Steuerverschwender kaum die Busse der Hannoveraner erahnen. Nunja, ich überbrückte die Zeit indem ich beim Taubenschlag noch ein paar Biere vernichtete und mich im aufkommenden Regen dann ins Stadion begab. Dort gab es dann ein merkwürdiges Bild vom Gästeblock: Nunja das Fehlen der Zaunfahnen war mit dem Verbot von Werder zu erklären, aber der Block war absolut überhaupt nicht gut gefüllt. Die Erklärung gab es erst weit nach Spielende: 300 Ultras waren bereits in Achim aus dem Regionalexpress gesprungen, um sich kurzerhand mit einem Umsteigen in die nächste Nordwestbahn und einer Weiterfahrt nach Sebaldsbrück einen Fanmarsch zu ermöglichen. Dumm nur, dass kein Zug mehr kam, der in diese Richtung fuhr, sodass der Mob am Bahnhof randalierte und nachdem sogar ein Polizeihubschrauber kreiste und die Gleise vollgesperrt wurden, durften die intelligenten Menschen per Zug direkt wieder in ihre Heimatstadt fahren. Erfolgreicher Auftritt würde ich sagen.
Zum Einlauf gab es eine schön durchgeführte Choreo, die zwar mal wieder politisch motivert war, jedoch trotzdem schön anzusehen war. Sogar die Pappen, mit denen ein Großteil der Kurve ja immer so seine Schwierigkeiten hat, wurden pünktlich und lang genug hochgehalten - sehr schön! Dann also das Spiel und man traute seinen Augen nicht so richtig: Werder gab mal so richtig Gas. Schnelle Kombinationen und gefährliche Standards durfte das Publikum bestaunen, nur ein Tor wollte nicht fallen. Kurz vor Ende zündete Hannover ein einsames Bengalo, woraufhin das Stadion erst pfiff und wenig später jubelte, denn Petersen hatte das 1:0 erzielt. Die Erleichterung war jedem Spieler anzusehen. Ein wahnsinnig motivierter Sokratis drehte vollkommen durch und schrie die Mannschaft an, jetzt das Ding auch vernünftig zuende zu spielen. Und das taten sie: Mit einem Traumtor von Petersen in den Winkel verbuchten wir die ersten Punkte 2013 und rutschten wieder ein gutes Stück näher an die Europa-Plätze ran. Wird das vielleicht doch nochtmal was?

Strecke: /
Zuschauer: 41000
Anreise: /
Tore: 1:0 Petersen (85.), 2:0 Petersen (88.)

27.01.13 - H*mburger SV - Werder Bremen 3:2

Eine Woche nach der desloaten Leistung gegen den Meister sollte also das Nordderby folgen. Da Claas an einer Schmleimbeutelentzündung im Knie laborierte (gute Besserung), wurde mit P. ein guter Ersatz gefunden. Insgesamt saßen wir dann mit einer 5er-Gruppe auf der hintersten Bank im Bus, die eigentlich nur vier Sitzplätze hatte, na ja. Der Wetterdienst sagte überfrierende Nässe voraus, von der wir auf dem Hinweg jedoch nichts mitbekamen. Allgemein kamen wir sehr gut durch und die Fahrt war nicht der Rede wert. Angekommen in HH gab es dann eine Neuerung: Wir durften unseren Bus nicht wie gewohnt auf Parkplatz "Braun" parken, sondern die Polizei brachte uns ein Stück weiter ans Stadion ran. Wir chillten wegen den äußeren Temperaturen noch eine Weile im Bus und begaben uns dann langsam zum Stadion. Drinnen angekommen, beförderten wir noch einige Sitzer in den Block und versorgten uns mit stilechten Fischbrötchen. Im Block wurde dann bereits die Choreo vorbereitet, die dann zum Einlaufen der Mannschaft präsentiert wurde: Schönes Ding!

 Dann ging es also los. Schaaf hatte sich was einfallen lassen, denn Ignovsi, Lukimya und Ekici rückten in die Startelf. Werder legte gut los und bereits nach neun Minuten gingen wir durch einen Kopfball von Luki in Führung. Der Block ging ab und sah uns schon als Derbysieger. Doch es kam anders: Zunächste glich Song aus und kurz nach der Halbzeit schenkte der überaus miese Schiedrichter dem Hamburger Pack das 2:1, indem er ein Handspiel übersah. Das 3:1 folgte wenig später. Zwar konnten wir durch Sokratis noch auf 3:2 verkürzen, doch es half alles nichts: Wir verloren das Derby. Fast schon zur Nebensache wurden noch zwei gelb-rote Karten gegen Fritz und Arnautovic, auf die wir dann nächstes Spiel auch wieder verzichten müssen. Keine guten Vorzeichen für das Spiel am Freitag gegen Hannover. Hamburg präsentierte noch ein Spruchband in Richtung unserer Ultras:
Dann war das Derby dann auch schon wieder Geschichte. Wir wurden noch mit ca. 30 Streifenwagen zur Autobahn gebracht (so wird man auch schnell Steuergelder los) und fuhren den altbekannten Weg zurück in die Heimat. Dreckstag.

Strecke: 203 km (hin und zurück)
Zuschauer: 54768 (Nein, wieder nicht ausverkauft)
Anreise: Bus
Tore: 0:1 Lukimya (9.) 1:1 Song (24.) 2:1 Aogo (46.) 3:1 Rudnevs (52.) 3:2 Sokratis (54.)

19.01.13 - Werder Bremen - Borussia Dortmund 0:5

Da war sie  also schon wieder vorbei, die Winterpause. Von den Temperaturen her, hätte man eher im Dezember noch einige Wochen weiter spielen können und eher jetzt eine Unterbrechung ansetzen müssen, aber man weiß es ja vorher nicht. Also ging es bei -5 Grad über den Park & Ride zum Stadion, wo wir uns natürlich erst einmal von der Tankstelle eine gekühltes Bier kauften - logisch! Danach wurden noch Karten für das Derby nächste Woche an den Mann gebracht, sowie auf Karten für KiNG und M. gewartet, die sich für die heutige Partie zwei Dauerkarten liehen. KiNG gab am Telefon an, den vorgeschlagenen Treffpunkt "Traube" nicht zu kennen - doch als sich das Missverständnis in "Taubenschlag" aufklärte, waren auch die Letzten mit Karten versorgt - puh! Ich chillte noch draußen mit netter Bekanntschaft + Glühwein, während die anderen Banausen schonmal drinnen die Plätze sicherten. Als ich dazustoß, war es schon gut gefüllt, obwohl noch eine halbe Stunde bis zum Anpfiff vergehen sollte. Also wurde gekuschelt. Der Grund war klar: Der aktuelle deutsche Meister hatte den Weg nach Bremen auf sich genommen. Im Hinspiel im Sommer hatten wir uns noch gut geschlagen und nur knapp und unverdient mit 1:2 verloren. Und auch heute starteten wir ohne den gesperrten Arnautovic die ersten Minuten ordentlich. Doch dann passierte irgendwie etwas, was die gesamte Mannschaft von der einen auf die andere Sekunde einbrechen ließ. Es kann es mir nicht erklären aber es folgte eine der schwächsten Spiele von Werder Bremen, die ich je live gesehen habe. Nach 9 Minuten erledigte Marco Reus das 1:0 durch einen schönen Freistoß - gut kann passieren! Zehn Minuten später dann jedoch bereits das zweite Tor durch Götze. Die von mir vor dem Spiel ausgemachte "einzige Schwachstelle" Santana köpfte dann kurz nach der Pause das 0:3. Dann passierte lange nichts und dann machte Dortmund noch zwei Dinger. 0:5 also am Ende. Ab der 85. Minute leerte sich das Stadion beachtlich schnell, sodass in der Kurve vor uns locker 4-5 Reihen komplett frei wurden. Wir warteten tapfer bis zum Schlusspfiff und machten uns dann ebenfalls schnell aus dem Staub. Ja, gegen Dortmund kann man durchaus verlieren und ja, die Mannschaft hat schon eine beeindruckende Bandbreite von Spielern. Wenn man überlegt, dass Blaszczykowski, Bender und Sahin allesamt von der Bank kamen, dann ist das schon krass. Aber 0:5? Der Park & Ride Bus hatte dann kurze Zeit eine defekte Tür, fuhr aber dann doch noch irgendwann los. Ein verschwendeter Tag - nächste Woche Derby!

Strecke: /
Zuschauer: 41200
Anreise: /
Tore: 0:1 Reus (9.), 0:2 Götze (19.), 0:3 Santana (47.), 0:4 Lewandowski (85.), 0:5 Blaszczykowski (89.)