27.02.11 - Werder Bremen - Bayer Leverkusen 2:2

Die Derbyniederlage tat immernoch weh, doch der blick musste nach vorne gehen. Zu Gast war an diesem Sonntagabend immerhin der Tabellenzweite Leverkusen, die in dieser Saison beste Aussichten auf die Champions League haben. Wir chillten eine Weile am Osterdeich an den Fressbuden, ehe wir ins Stadion gingen und in den Nordtürmen noch mehr aßen und uns auf dem Fernseher reinzogen was die Stuttgarter in Frankfurt machten. Wenn man den Gesprächen so lauschte, herrschte im allgemeinen wenig Hoffnung, dass wir gegen die starke Bayerelf an diesem Tag was holen konnten. Auch die Aufstellung änderte daran nicht viel: Mit Wagner, Borowski und Trinks - ohne den gesperrten Fring und ohne Arnautovic, Marin und Hunt, die allesamt auf die Bank verfrachtet wurden. Das konnte ja was werden. Aber auch auf der Seite des Gegners gab es Überraschungen: So saßen die beiden Topspieler Kießling und Ballack zunächst nur auf der Bank. Zum Einlauf gab es einen sehr geilen Konfettihagel und im allgemeinen war die Ostkurve (auch durch den Oberrang) unnatürlich laut. Werder trug seinen Teil dazu bei und spielte gut mit - kämpfte. Doch wie es in dieser Saison leider schon so oft vorkam, bekamen wir kurz vor der Pause das 0:1, es herrschte Totenstille. Nach der Pause das selbe Bild: Werder wollte, Leverkusen traf. 0:2. Die Hoffnungen waren spätestens jetzt begraben. Schaaf brachte die drei Edelreservisten, was dem Spiel sichtlich guttat: Nach schöner Flanke haute sich der eingewechselte Kießling das Ding kurzerhand selbst in die Maschen. Und als es wirklich niemand mehr glauben wollte flankte Hunt in der Nachspielzeit auf den freistehenden Prödl - 2:2. Die Kurve rastete aus. Wie schon gegen Hoffenheim und in Mainz schossen wir in letzter Sekunde das Tor. Es war ein gefühlter Sieg - auch wenn die Stuttgarter durch ihren Sieg erneut näher an uns herangerückt sind, für die Moral war dieser Punkt Gold wert. Auf der Rückfahrt lallte uns der Busfahrer noch die Haltestelle ins Mikrofon, woraufhin er nur ein lautes "Prost" als Antwort bekam. Leider gab er keinen mehr aus, weswegen wir uns gut gelaut nach Hause begaben.

Strecke:/
Tore: 0:1 Derdiyok (42.), 0:2 Rolfes (67.), 1:2 Kießling ET (82.), 2:2 Prödl (91.)

19.02.11 - H*mburger Drecksverein - Werder Bremen 4:0

Kurz war die Nacht gewesen. Mit drei bis vier Stunden Schlaf sollte es aber in den Derbytag gehen, welcher diese Saison eine noch wichtigere Bedeutung als sowieso schon hatte. Angesicht unserer sehr bedrohlichen sportlichen Lage waren drei Punkte absolut Pflicht, doch die H?Ver hatten wenigen Tage zuvor das Stadtderby gegen die Braunen verloren und waren damit ebenfalls im Zugzwang ihren Fans gegenüber. Mit dem Bus ging es also die A1 hoch, die glücklicherweise in ihrem Umbau schon soweit fortgeschritten ist, dass es ohne Stau in die hässlichste Stadt der Welt ging. Wir verschönerten den Volkspark mit Aufklebern und begaben uns bereits relativ früh ins Stadion, da wir noch Sitzplätze gegen Steher tauschten mussten und darauf in letzter Zeit von Seiten der Ordner viel geachtet wird. Aber es klappte alles ohne Probleme. Das Spiel konnte also losgehen: Unser Team spielte wir immer gut mit, lies aber den letzten Willen vermissen das Spiel gewinnen zu wollen. Konbinationen und Torschüsse suchte man vergebens und noch vor der Halbzeit hieß es 1:0 Inzestcity. Was sich in der zweiten Halbzeit abspielte will ich nicht näher erläutern. Wir verloren das Ding am Ende mit 4:0. Es war die schlimmste Derbyniederlage, die ich je erlebt habe. Es war einer dieser Momente in denen man sich selbst als Fan hinterfragt, warum man eigentlich immer wieder seinen Samstag opfert um sich dann sowas anzuschauen. Der Gedanke war selbstverständlich nach zehn minütiger Enttäuchung wieder verflogen, doch er tat weh. Ums Stadion herum blieb es erstaunlich ruhig, obwohl die Blau-Weiß-Schwarzen natürlich ordentlich pöbelten. Aber der 10 Millionen teure neue Wasserwerfer (Mal ehrlich, baut lieber Schulen irgendwohin als so einen Dreck zu kaufen) schreckte wohl einige Leute ab. Die Rückfahrt war okay, die Stimmung dementsprechend bedrückt. Am Stadion gab es eine Blockade als der Spielerbus eintraf, an der ich mich nicht beteiligte. Ich hoffe einfach, dass der Mannschaft klar wird, worum es geht. Um den verdammten Abstieg.

Strecke: 240 km (hin und zurück)
Zuschauer: 54121
Anreise: Bus
Tore: 1:0 Petric (42.), 2:0 Guerrero (63.), 3:0 Guerrero (74.), 4:0 Ben-Hatira (87.)

13.02.11 - Werder Bremen - Hannover 96 1:1

Nach dem Last-Minute Punkt in Mainz, stand als nächstes ein Heimspiel auf dem Plan und es sollte zum kleinen Nordderby gegen Hannover 96 kommen. Im Normalfall war das in den letzten Jahren immer ein sicherer Sieg für unser Team, doch leider war diese Saison alles andere als normal. Im Hinspiel waren wir vollkommen untergegangen und die Niedersachsen spielten ohnehin eine sehr ordentliche Saison und reisten als Vierter an die Weser. Am Stadion war wieder sehr viel Polizeiaufkommen aufgefahren worden, inklusive Pferdestaffel und Hundeführer - Derby eben. Aber soweit ich das überblicken konnte, blieb um das Stadion herum ruhig. Im neu eröffneten Ostkurvensaal sicherte ich mir den Derbysiegerschal von WB und hinein ging es ins Stadion. Hannover hatte wie gewohnt einen sehr großen und lauten Schwung mitgebracht, doch auch auf unserer Seite war die Stimmung dank des Oberrangs eines Derby würdig. Unser Team spielte endlich mal wieder guten Fussball, schaffte es jedoch erneut nicht das Tor zu treffen, was Hannover uns mit einem einzigen Angriff dann wurderbar vormachte: 0:1. Pyro auf der Gegenseite, schön anzusehen war es ja. Kurz nach der Pause ließ Merte uns dann nochmal hoffen, indem er den Ausgleich köpfte, doch für den Sieg sollte es nicht mehr reichen. Nach dem Spiel dann Tumulte auf dem Rasen. Mittendrin Allofs und Schaaf - Marin war nach Abpfiff noch gefoult worden. Es gab die gelbe Karte und die Gemüter beruhigten sich. Nächste Woche geht es nach Hamburg, lasst uns alle beten, dass es auch ohne den verletzten Pizarro endlich mal wieder zu drei Punkten reicht. Es wäre der perfekte Zeitpunkt für die Wende.

Strecke: /
Zuschauer: 39500
Anreise: /
Tore: 0:1 Ya Konan (26.), 1:1 Mertesacker (50.)

05.02.11 - FSV Mainz 05 - Werder Bremen 1:1

Viel Schlaf war es nicht, was dort am Samstagmorgen hinter mir lag, als das Auto vor der Tür stand, um uns zum Bus zu fahren. Doch das Bier fing schon wieder an zu schmecken und so wurde erstmal derbe in der letzten Busreihe gechillt. Die lange Fahrt nach Mainz wurden mit Apps wie "Monopoly" oder "Jenga" totgeschlagen, die Raststätten wurden zugeklebt und so einige Flaschen Bier getötet. In Mainz parkten wir dann auf dem etwas abseits gelegenen Busparkplatz und machten uns auf, um den Fußmarsch zu bewältigen. Vorbei am SWR und der Uniklinik kamen wir dann auch endlich an, doch weiter zum Edeka um noch ein Bier zu trinken, durften wir nicht, da eine Polizeikette den Weg versperrte. Vollkommen willürlich ließ diese Kette Fans von beiden Lagern durch, oder eben nicht. Wer gefährlich aussah, blieb draußen. Super Argumentation. Hinzu kam, dass es am Stadion keinerlei Möglichkeiten gab, Rucksäcke oder eben Doppelhalter abzugeben, die nicht mit rein genommen durften. Doch einige freundlichen Gesetzeshüter konnten doch noch gefunden werden, die das Material mit zum Busparkplatz zurück nahm. Wir verbrachten noch einige Zeit vorm Stadion, ehe wir dann letztlich den Weg in den Block antraten, welcher an diesem Tage wirklich sehr überfüllt war. Am Akzent konnte man hören, dass auch viele Anhänger aus Süddeutschland gekommen waren. Vorm Stadion gab es auch einen Zettelverteiler, der einen Werderfanclub in Mainz gründen möchte, nungut. Das Spiel fing an. Im Kasten vertrat Mielitz den gesperrten Wiese und machte seine Sache mehr als ordentlich. Nach rund zwanzig Minuten gab es eine Pyroaktion auf unserer Seite, was dem Support gut tat. Doch leider bekamen wir wenige Sekunden später das Gegentor. Werder kämpfte zwar, doch Mainz war die klar bessere Mannschaft und spielte sich viele Chancen heraus. Das Spiel war in unseren Köpfen schon verloren, als Pizarro in der letzten Sekunde noch den Ausgleich schoss. Die Kurve rastete aus, so gewaltig wie schon gegen Hoffenheim. Der Schiedsrichter pfiff nichtmal mehr wieder an. Die Mannschaft warf fast geschlossen ihre Trikots in die Kurve und bedankte sich angemessen für den Support und die lange Reise. Die Mainzer präsentierten noch ein Spruchband mit der Aufschrift "So wird Pyro nie erlaubt", was aber (anders als von der Presse später dargestellt) an die Aktion gegen Kaiserslautern vor einer Woche angelegt war. Doch in unserem Zusammenhang passte das für die Medien natürlich besser. Auf der Rückfahrt wurde über die Bayern gelacht, die noch gegen die Kölner nach einer 2:0 Führung verloren hatten, doch eigentlich war dies schlecht für uns, ist doch im Tabellenkeller somit alles noch enger zusammengerückt. Es Stehen zwei Derbys an, wir brauchen sechs Punkte. Come on you boys in green!

Strecke: 940 km (hin und zurück)
Zuschauer: 20000
Anreise: Bus
Tore: 1:0 Schürrle (19.), 1:1 Pizarro (92.)