Mit der U-Bahn ging es dann zur Gedächtniskirche, wo sich schon die zwei Fanlager versammelt hatten. Bei KFC schlugen wir uns den Bauch mit viel zu großen Hähnchenteilen voll und gesellten uns dann zu unseren Bremer Kollegen. So manch bekanntes Gesicht wurde begrüßt und die Zeit ging trotz ekligen Berliner Bier schnell rum. Zu einem kleinen Vorfall kam es an diesem ansonsten friedlichen Tag dann doch: Ein paar Leverkusener Experten kamen auf die Idee, den Werder-Essen Banner abzureissen, was auf unserer Seite auf wenig Begeisterung stieß. Flaschen flogen, Bänke änderten ihren Standort - es wurde gepöbelt. Nachdem einige Sicherheitskräfte (viel zu spät) sich den Weg in die Konfliktzone gebahnt hatten, war es wieder ruhig. Der Weserkurier verschwieg diesen Vorfall übrigens und sprach von einer "reinen Vorsichtsmaßnahme" - falsch!Um 18 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zum Stadion. Beim Marsch von der U-Bahnstation zum Fussballtempel fing es dann so stark zu regnen und gewittern an, wie ich es selten erlebt habe. Es war aber einfach ein geiles Gefühl bei Blitz und Donner (Bremer Wetter) auf das Stadion zuzulaufen, indem unser Verein an diesem Abend ein Pokalfinale bestreiten sollte.
Im Stadion schauten wir uns noch die letzten Minuten des Kantersieges von den Duisburger Frauen an, die in diesem fantastischen Wetter auch noch Leistungssport treiben durften. Die gute Stunde danach bestand einfach nur aus Vorfreude und mit ein wenig Verspätung begann dann die Eröffnungszeremonie, die nett anzuschauen war und noch mehr Lust aufs Spiel brachte. Die Hymne wurde irgnoriert und zum Einlauf der Mannschaften präsentierten wir eine schöne Choreo, die dieses Pokalfinale zum letzten Weg nach Europa betitelte.
Man konnte sich an den feiernden Spielern nicht satt sehen und als dann die Siegerehrung lief und der Pokal im üblichen Konfettihagel an die Mannschaft übergeben wurde - konnte man nicht mehr von Gänsehaut sprechen, es war irgendwas viel härteres, unbschreibliches. Vom Dach des Stadions regnete es goldene Luftschlangen und grünes Konfetti - es war ein unglaubliches Bild. Die Mannschaft lief noch einige Runden und nach gut einernhalb Stunden war Zeit zum durchpusten. Wir verließen das Stadion und begaben uns zurück zu den Bussen.
Am Busparkplatz wurde erstmal gechillt um wieder einigermaßen runterzukommen. Im Bus wurde dann noch ein wenig gesungen, doch die meisten waren zu müde und wollten schlafen, weswegen ich mich dann auch irgendwann dazu durchring mir einfach Musik auf die Ohren zu klatschen. Im Sonnenaufgang fuhren wir dann mit guter Mucke mit dem Pott im Gepäck wieder in Bremen ein, ein saugeiles Gefühl. Die Saison war wieder einmal Geschichte und sie hatte mit dem Pokalsieg ein gelungenes Ende gefunden. Wir sind wieder in Europa dabei und sind zum sechsten Mal DFB Pokal Sieger. Wenn man nicht gerade aus Hamburg oder Leverkusen kommt, ist das Leben in diesen Tagen nicht gerade übel . . .
Achja: Danke Diego - für alles!Strecke: 772,45 km (hin und zurück)
Zuschauer: 74244
Anreise: Bus
Tor: 0:1 Özil (58.)















