Da war er wieder der elfte Tag des Monats Mai. War da was? Achso ja, mein unbedeutendes Leben feierte 24 jähriges Jubliläum - aber viel wichtiger: Es stand mal wieder eine Endspiel für unseren geliebten Sportverein an. Denn mit einem Sieg gegen die Frankfurter konnte der lange ersehnte Klassenerhalt endlich erreicht und die grausame Saison abgehakt werden. Da es das letzte Heimspiel der Saison war, trafen wir uns bereits um 12 Uhr, um gemeinsam in den Vegesacker Hafen zu fahren, wo wir dann auf die Fähre richtung Weserstadion umstiegen. Bei gemütlichem Bier tuckerten wir über die Weser und ließen es uns gut gehen - bis wir bei der Waterfront ungewöhnlichen Besuch bekamen. Etwa 100 Frankfurter hatten wohl die selbe Idee gehabt und enterten buchstäblich das Schiff. Innerhalb von Sekunden war das Oberdeck besetzt, Bengalos gezündet und alte Herschaften von den Sitzen verdrängt. Wir fanden noch zwei umgängliche hessische Exemplare, mit denen wir noch einige Zeit über unser Stadion, Thomas Schaaf und die Saison sprachen. Am Stadion angekommen gingen wir recht zügig ins Stadion, wo es bereits ordentlich voll war - es war wieder so ein Spiel, welches Bremen unbedingt sehen wollte. Zum Warmlaufen der Mannschaften gab es dann einen sehr coolen Geburtstagsgruß meiner Jungs auf der Anzeigentafel, für den ich mich nochmal bedanken will - sehr geil :)
Kurz vor Anpfiff machte Frankfurt seinen Ruf wieder alle Ehre: Die Ultras kletterten aus dem Stehblock heraus und stellten sich in den Sitzplatzbereich - Durchsagen von Herrn Zeigler wurden ignoriert. Stattdessen wurden Gummipuppen, geklaute Werder-Zahnfahnen und der "Gegen Xylophon-Verbote"- Doppelhalter präsentiert. Hintergrund: Frankfurt hatte im Vorfeld den Antrag gestellt ein riesiges Xylophon mit ins Stadion zu nehmen, was jedoch abgelehnt wurde.
Auf Werder-Seite gab es einige Spruchbänder bzgl. des Klassenerhalts. Die gute Stimmung aus der Vorwoche wurde weitesgehend auch in dieses Spiel übertragen - es ist aber wohl nur ein Wunschdenken, dass man diesen Schwung mit in die neue Saison nehmen kann. Zum Einlauf gab es noch eine von Werder durchgeführte Pappenchoreo im gesamten Stadion, welche ganz in Ordnung aussah - da hat man doch schon schlechtetes hier gesehen. Zum Spiel: Die Mannschaft aus der letzten Woche sollte den Sack also zumachen.

Und Werder spielte erneut eine sehr gute Anfangsviertelstunde, die durch das 1:0 durch De Bruyne (wer sonst) gekrönt wurde. Das Stadion rastete wieder komplett aus - auch als Hoffenheim zuhause gegen den HSV in Rückstand geriet. Es bleibt wohl auf einige Zeit noch einmalig, dass ein Hamburger Tor im Weserstadion bejubelt wird. In der Folgezeit wurde Werder dann etwas nachlässiger, Hamburg erhöhte jedoch in Hoffenheim, Augsburg spielte beim übermächtigen FC Bayern und die Düsseldorfer lagen ebenfalls hinten - alles im grünen Bereich also. Nach der Pause machten die Frankfurter allerdings den Ausgleich, was die Mansnchaft und auch das Stadion sichtlich nervös machte - auf den anderen Plätzen blieb alles beim alten. Als Frankfurt auf 1:2 erhöhte, blieb uns dann kurz das Herz stehen, bis der Linienrichter den Arm hob und Abseits signalisierte - puh! Dann passierte nicht mehr viel: Augsburg bekam in München noch drei Tore eingeschenkt, alle anderen Konkurrenten verloren ebenfalls und wir holten den Punkt. Abstieg abgewehrt! Unglaublich wichtig! Jetzt heißt es: aufarbeiten, Spieler ersetzen und nächstes Jahr Europa angreifen. Na ja erstmal geht es nächste Woche mit dem Sonderzug nach Nürnberg - dürfte eine süffige Fahrt werden.
Strecke: /
Zuschauer: 42100
Anreise: /
Tore: 1:0 De Bruyne (22.), 1:1 Lakic (51.)