11.05.13 - Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 1:1

Da war er wieder der elfte Tag des Monats Mai. War da was? Achso ja, mein unbedeutendes Leben feierte 24 jähriges Jubliläum - aber viel wichtiger: Es stand mal wieder eine Endspiel für unseren geliebten Sportverein an. Denn mit einem Sieg gegen die Frankfurter konnte der lange ersehnte Klassenerhalt endlich erreicht und die grausame Saison abgehakt werden. Da es das letzte Heimspiel der Saison war, trafen wir uns bereits um 12 Uhr, um gemeinsam in den Vegesacker Hafen zu fahren, wo wir dann auf die Fähre richtung Weserstadion umstiegen. Bei gemütlichem Bier tuckerten wir über die Weser und ließen es uns gut gehen - bis wir bei der Waterfront ungewöhnlichen Besuch bekamen. Etwa 100 Frankfurter hatten wohl die selbe Idee gehabt und enterten buchstäblich das Schiff. Innerhalb von Sekunden war das Oberdeck besetzt, Bengalos gezündet und alte Herschaften von den Sitzen verdrängt. Wir fanden noch zwei umgängliche hessische Exemplare, mit denen wir noch einige Zeit über unser Stadion, Thomas Schaaf und die Saison sprachen. Am Stadion angekommen gingen wir recht zügig ins Stadion, wo es bereits ordentlich voll war - es war wieder so ein Spiel, welches Bremen unbedingt sehen wollte. Zum Warmlaufen der Mannschaften gab es dann einen sehr coolen Geburtstagsgruß meiner Jungs auf der Anzeigentafel, für den ich mich nochmal bedanken will - sehr geil :)


Kurz vor Anpfiff machte Frankfurt seinen Ruf wieder alle Ehre: Die Ultras kletterten aus dem Stehblock heraus und stellten sich in den Sitzplatzbereich - Durchsagen von Herrn Zeigler wurden ignoriert. Stattdessen wurden Gummipuppen, geklaute Werder-Zahnfahnen und der "Gegen Xylophon-Verbote"- Doppelhalter präsentiert. Hintergrund: Frankfurt hatte im Vorfeld den Antrag gestellt ein riesiges Xylophon mit ins Stadion zu nehmen, was jedoch abgelehnt wurde. 


Auf Werder-Seite gab es einige Spruchbänder bzgl. des Klassenerhalts. Die gute Stimmung aus der Vorwoche wurde weitesgehend auch in dieses Spiel übertragen - es ist aber wohl nur ein Wunschdenken, dass man diesen Schwung mit in die neue Saison nehmen kann. Zum Einlauf gab es noch eine von Werder durchgeführte Pappenchoreo im gesamten Stadion, welche ganz in Ordnung aussah - da hat man doch schon schlechtetes hier gesehen. Zum Spiel: Die Mannschaft aus der letzten Woche sollte den Sack also zumachen.
Und Werder spielte erneut eine sehr gute Anfangsviertelstunde, die durch das 1:0 durch De Bruyne (wer sonst) gekrönt wurde. Das Stadion rastete wieder komplett aus - auch als Hoffenheim zuhause gegen den HSV in Rückstand geriet. Es bleibt wohl auf einige Zeit noch einmalig, dass ein Hamburger Tor im Weserstadion bejubelt wird. In der Folgezeit wurde Werder dann etwas nachlässiger, Hamburg erhöhte jedoch in Hoffenheim, Augsburg spielte beim übermächtigen FC Bayern und die Düsseldorfer lagen ebenfalls hinten - alles im grünen Bereich also. Nach der Pause machten die Frankfurter allerdings den Ausgleich, was die Mansnchaft und auch das Stadion sichtlich nervös machte - auf den anderen Plätzen blieb alles beim alten. Als Frankfurt auf 1:2 erhöhte, blieb uns dann kurz das Herz stehen, bis der Linienrichter den Arm hob und Abseits signalisierte - puh! Dann passierte nicht mehr viel: Augsburg bekam in München noch drei Tore eingeschenkt, alle anderen Konkurrenten verloren ebenfalls und wir holten den Punkt. Abstieg abgewehrt! Unglaublich wichtig! Jetzt heißt es: aufarbeiten, Spieler ersetzen und nächstes Jahr Europa angreifen. Na ja erstmal geht es nächste Woche mit dem Sonderzug nach Nürnberg - dürfte eine süffige Fahrt werden.

Strecke: /
Zuschauer: 42100
Anreise: /
Tore: 1:0 De Bruyne (22.), 1:1 Lakic (51.)

 

08.05.13 - Werder Bremen II - ETSV Weiche Flensbug 1:1

Was macht man an einem Mittwochabend, einen Tag vor Himmelfahrt und drei Tage vor dem gefühlt wichtigsten Spiel des Vereins? Ja, man guckt sich an, wer in der Zukunft solche Abstiegssorgen vermeiden soll: Unsere U23. Bereits am Eingang konnte man Werder-B-Prominenz bestaunen, denn sowohl der langhaarige Stevanovic mit seiner wasserstoffblonden Freundin (bekannt aus der Bremer Ausgabe von Shopping Queen auf VOX) als auch unsere neue Hoffnung im Werder Mittelfeld Yildirim hatten den Weg zum Platz 11 gefunden. Tatsächlich auf dem Platz gab es dann wenige Spieler mit Profiverträgen anzufeuern: Lediglich unser zweiter Torwart Richard Strebinger, Johannes Wurtz und der kurzhaarige Stevanovic standen in der Startaufstellung. Das Spiel gestaltete sich relativ zäh - es gab nur wenige Torchancen auf beiden Seiten. Nicht zuletzt wird es an der Tatsache gelegen haben, dass es bei beiden Mannschaften um absolut gar nichts mehr geht in dieser Saison. Durch ein Missverständnis in der Abwehr, gingen die Flensburger dann jedoch vor der Halbzeit in Führung - es konnte jedoch kein einziger mitgereiste Fan ausfindig gemacht werden, den das gefreut hätte. Zur Halbzeit kam dann Sturm-Hoffnung Max Wegner ins Spiel, der auch wenige Sekunden nach Anpfiff eine Riesenchance hatte. Ein paar Minuten später nutzte der Stürmer jedoch eine weitere Gelegenheit eiskalt und erzielte das 1:1. Die Partie hatte zwar noch einige gute Szenen, ging dann jedoch mit diesem Unentschieden zuende. Nächste Woche treffen die beiden Teams im Rückspiel schon wieder aufeinander. Werder wird seinen fünften Tabellenplatz in dieser Spielzeit aber wohl nicht mehr abgeben. Nächstes Jahr dann bitte den Aufstieg anpeilen.

Strecke:/
Zuschauer: 280
Anreise: /
Tore: 0:1 Wulff (34.), 1:1 M. Wegner (61.)

04.04.13 - Werder Bremen - T$G Hoffenheim 2:2

Der Weg ins Pokalfinale hatte für uns ja bekanntlich bereits in der ersten Runde in Münster sein Ende gefunden. Doch die Bundesliga beschert uns in diesem Jahr eine nicht eingeplante Abstiegsangst weswegen wir in diesem Wettbewerb gefühlt jedes Wochenende ein Endspiel erleben dürfen - schlecht für die Nerven - offensichtlich gut für die Zuschauerzahlen, denn wann das letzte mal Karten für ein Hoffenheimspiel restlos vergriffen waren, kann ich leider nicht beantworten. Es war einfach unmöglich vor dem Stadion noch Eintrittskarten zu ergattern - sogar unsere Schwarzmarkt-Freunde hatten keine Stehplatzkarten mehr in der berühmten Jackentasche. Naja, alle die sich rechtzeitig um Tickets bemühen, kommen am Ende nunmal auch sicher ins Stadion. Spontan morgens aufzuwachen, durch das Fenster die Sonne scheinen sehen und die Entscheidung treffen "Werder wär auch mal wieder cool" ist nunmal nicht mehr so einfach wie es früher vielleicht einmal war.
Der Mannschaftsbus wurde bei Ankunft abgefeiert als gäbe es kein Morgen. Die Aktion "ALLEz Grün", die aus dem worum entstanden war, kann als Erfolg bezeichnet werden, denn der Osterdeich konnte sich über auffallend mehr grüne Kleidungsstücke freuen, als üblich. Die Tatsache, dass es eigentlich selbstverständlich sein sollte, seine Mannschaft in den Teamfarben zu unterstützen sei mal außen vor gelassen. Der Bremer braucht eben manchmal nen kleinen Schupser. Im Stadion chillten wir wie gewohnt zunächst in der Kurve, doch es wurde relativ schnell klar, dass die Stimmung einzigartig werden sollte....





Als Intro gab es eine eindrucksvolle und gut durchgezogene Choreo der Wanderers. Passend zu unserer Situation hieß es dort: "Nicht die Mittel entscheiden über den Erfolg - Es ist die Einstellung!" Der Spruch stellte eine Motivation an die Spieler, aber auch einen Seitenhieb in Richtung Elia und Arnautovic dar, die ja bekanntlich aufgrund von zu motivierten Fahren auf der A1 bis Saisonende bei der U23 mittrainieren dürfen. Na ja das Spiel begann jedenfalls mehr als großartig: Es waren 20 Sekunden gespielt, da fiel Hunt bereits im Strafraum der Gäste: Elfmeter - reingemacht - ausgerastet. Endlich mal wieder eine Führung für unser Team. Es fühlte sich an, als hätten wir jahrelang nicht mehr getroffen. Dann nach 24. Minuten erhöhte Werder auf 2:0 und alle waren sich eigentlich sicher: Das holen wir nach Hause. In der Halbzeit kam dann auch noch die Meistermannschaft von 1988 zu Besuch - inklusive Rehagel. Minutenlang ließen die Helden aus vergangenen Tagen sich vor der Ostkurve feiern. Nach dem Seitenwechsel dann das gleiche Bild: Werder spielte solide und die Osturve überbot die Champions League - Stimmung aus früheren Zeiten gefühlt um das zehnfache. Ich habe die Kurve wirklich noch nie so motiviert, laut und kreativ gehört wie an diesem Tag. So kam es dann, dass 20 Minuten vor Ende auch die Laola Welle (KiNG: "Zu früh!!") durch das Stadion schwappte und alle nen so gut wie sicheren Klassenerhalt feierten. Viele bekamen gar nicht mit, dass die Hoffenheimer ein paar Minuten vor Schluss noch den Anschlusstreffer erzielten - es war ja auch völlig egal wir hatten dieses Spiel gewonnen. Nachspielteit... Hoffenheim nochmal am Ball - langes Ding - abgefälscht - fällt dem eingewechselten Schipplock auf den Kopf - 2:2. Eine ganze Welt brach in diesem Moment zusammen. Das Stadion bekam eine Schockstarre - Spieler lagen auf dem Rasen - der Stadion DJ spielte "Wir sind Werder Bremen". Wir sind aber vor allem eins: Immernoch mittendrin im Abstiegskampf. Nächste Woche dann gegen Frankfurt. Kein einfacher Gegner. Egal, es ist mein Geburtstag. Ich wünsche mir eigentlich nur eins: Siegen und den Abstiegskampf abhaken. Nächste Saison dann wieder bei 0 starten. Lasst es uns gemeinsam packen. Nur noch zwei verdammte Spiele.

Strecke: /
Zuschauer: 41000
Anreise: /
Tore: 1:0 Hunt (1.), 2:0 De Bruyne (24.), 2:1 Schipplock (85.), 2:2 Schipplock (91.)