30.01.10 - Bor. Mönchengladbach - Werder Bremen 4:3

Vier Niederlagen in Folge und ein Wetter, bei dem nicht einmal die Hunde vor die Tür gehen hielten uns nicht davon ab wieder einmal die Reise anzutreten, um unseren Verein zu folgen. Bei klirrender Kälte wurde also abermals der Bus bestiegen. Unser Fahrer outete sich gleich am Anfang als eiserner Borusse - nur im selben Satz zu erwähnen, dass er den Weg zum Stadion nicht kennt, weil er noch niemals da war. Schien also ein ganz schön eingefleischter Fan zu sein.. Die Busfahrt gestaltete sich irgendwie zäh, obwohl wir mit Kartenspielen, Rätseln und Mucke (Doppelstecker kaputt -.-) unser bestes dagegen taten. Kurz vor Ankunft schafft es dann ein Mitfahrer doch tatsächlich sich in der Bordtoilette einzuschließen und kam nicht mehr heraus. Da half auch das Klopfen gegen die Klowand nichts: Die Tür klemmte. Ein mutiger Helfer schaffte es dann aber doch nach gut einer Viertelstunde den armen Kerl aus der Geruchshölle zu befreien. Am Stadion angekommen war dann bestes Wetter mit viel Sonnenschein, wovon wir allerdings nicht viel hatten, da wir auf der Schattenseite des Stadions standen. Wie schon aus den letzten Wochen bekannt froren die Füße allmählich ein, doch die Vorfreude aufs Spiel hielt uns irgendwie warm. Bereits zum Warmmachen der Mannschaft kam von uns guter Support und die Aufforderung an die Mannschaft zu "kämpfen Werder, kämpfen".Es waren längst nicht alle Plätze besetzt als die Mannschaften das Spielfeld betraten - auch im Sitzberreich für die Auswärtsfans war sehr viel frei geblieben. Dann nahm das Unheil seinen Lauf: Vierte Minute 1:0 für die Borussia. Eiskalt ausgekontert worden. 13. Minute 2:0, 18. Minute 3:0. Fassungslosigkeit. Nach nicht einmal zwanzig Minuten schien das Spiel bereits verloren. Immerhin konnte Özil auf 3:1 verkürzen, doch wenig später schlugen die Gladbacher nach einem Wiese-Fehler erneut zu. Noch vor der Pause dann das 4:2 durch Pizarro. Eine wahnsinnige erste Halbzeit. 6 Tore! Nach der Pause wurde viel gewechselt - Schaaf musste offensiv spielen. Durch einen Elfmeter kurz vor Schluss konnten wir dann noch einmal auf einen Punkt hoffen - bis der Schiedsrichter die Kiste abpfiff und die fünfte Pleite in Serie perfekt war. Schnell ging es zurück zum Bus - erstmal aufwärmen. Der obligatorische Ruhrpottstau nach Heimspielen machte auch an diesem Tag nicht vor uns halt, weswegen wir gut zwanzig Minuten erstmal nicht wirklich vom Fleck kamen. Die Rückfahrt war sehr anstrengend, was auch an streitsuchenden Mitfahrern lag. Ein sehr betrunkener Mensch gab noch seine Version des Hänsel und Gretel Märchens zum besten und schon waren wir wieder in Bremen. Das Auto wurde mehr schlecht als recht vom Eis befreit und ab ging es nach Hause. Ein furchtbarer Spieltag - aber immerhin durch die Eintrittskarte Geld nach Haiti gespendet. Immer positiv denken..

Strecke: 624,58 km (hin und zurück)
Zuschauer: 47458
Anreise: Bus
Tore: 1:0 Reus (4.), 2:0 Colautti (13.), 3:0 Bobadilla (18.), 3:1 Özil (26.), 4:1 Bobadilla (35.), 4:2 Pizarro (40.), 4:3 Frings FE (85.)

23.01.10 - Werder Bremen - Bayern München 2:3

Kalt war es an diesem Samstagnachmittag. So kalt, dass ich mich entschied drei paar Socken und die gute alte lange Unterhose rauszukramen - genützt hat es jedoch nichts. Mit dem Auto über das Park and Ride System ging es also mal wieder zum Osterdeich zum heiß erwarteten Spiel gegen die Bayern. Wir waren mit drei Niederlagen in drei Spielen extrem unter Druck und mussten einfach mal wieder punkten, um nicht komplett den Anschluss nach oben zu verlieren. Beim Einlass ging der Tag eigentlich noch ganz gut los, als der Ordner uns ein fröhliches "Scheiss HSV" entgegen trällerte. So muss das sein. Auf Fischbrötchen wurde verzichtet und die Zeit bis zum Anpfiff wurde mit der Frage überbrückt, warum das Dach der Westkurve immernoch nicht fertig ist. Die Bayern waren mit gewohnt viel Anhang angereist und präsentierten zum Einlauf ein Spruchband, was auf die Stadionverbote aufmerksam machen sollte, welche gegen die Gruppe "Schickeria" in der vergangenen Woche ausgesprochen wurden. Auf unserer Seite gab es eine Liebeserklärung an unseren Trainer.Das Spiel fing mit der erwarteten Überlegenheit der Bayern an: Robben klatscht das Ding nach wenigen Minuten an den Pfosten. Durchatmen. München spielte sich eine Chance nach der anderen heraus, verpasste es aber das Ding reinzuhauen. Besser machte es da in der 10. Minute Hunt zum 1:0. Der Spielverlauf war ordentlich auf den Kopf gestellt worden. Aber die Freude hielt nicht lange: Müller zum 1:1, Olic mit dem Rückstand. In der Pause gab es neben merkwürdiger Spiele (Wer am schnellsten einer Schaufensterpuppe das alte Trikot aus- und das neue anziehen kann gewinnt) auch einen Auftritt vom guten alten "Toni" Ailton, der ja bekanntermaßen jedes Jahr mal vorbeischaut und sich feiern lässt. Ist aber eben auch immernoch 'ne verdammt coole Sau. In der zweiten Halbzeit dann das selbe Bild: Bayern spielt und macht die Tore nicht. Almeida für uns mit dem nicht mehr dran geglaubten Ausgleich und drei Minuten später brach Robben mit einem wahnsinnigen Freistoß dann das Rückgrat. Wenigstens legte sich Van Gaal bei dem anschließenden Jubel schön peinlich auf die Nase. Wir schossen zwar noch ein Tor, welches wegen Abseits jedoch zurückgepfiffen wurde und fertig war die Serie von vier Niederlagen in Folge. Mein persönliches Highlight folgte dann nach dem Spiel: Unser Gast N., welcher heute die Ehre hatte mit KiNG & J!m ein Bundesligaspiel verfolgen zu dürfen, schlitterte beim Versuch den vereisten Osterdeich zu besteigen selbigen runter um sich dann, unten angelangt, mit einem gekonnten 3/4 Auerbachsalto auf die Kauleiste zu legen. Da war das Spiel für fünf Sekunden vergessen... Nächste Woche besser machen!

Strecke: /
Zuschauer: 39100
Anreise: /
Tore: 1:0 Hunt (10), 1:1 Müller (25), 1:2 Olic (35), 2:2 Almeida (75), 2:3 Robben (78)

16.01.10 - Eintracht Frankfurt - Werder Bremen 1:0

Die erste Tour im Jahr 2010 sollte uns nach Frankfurt führen. Im Hinspiel hatten wir noch eine sehr bittete Niederlage hinnehmen müssen, im Rückspiel hofften wir auf Besserung. Sehr kurzfristig wurde unsere Stammbesetzung durch den Partykönig C. ergänzt, welchen wir früh morgens mit dem Auto abholten, als dieser gerade von einem Geburtstag kam. Um 7:00 fuhren wir relativ pünktlich vom Stadion ab und starteten den Tag nicht wie unsere Busnachbarn mit ner Flasche Korn, sondern mit einer gepflegten Mütze Schlaf. Der Bus war dieses Mal am Freakfaktor kaum zu übertreffen. Was sich dort alles auf engstem Raum tummelte . . Man muss es gesehen haben. C. urteilte passend: "Der Martinshof on tour...". Je höher die Sonne stieg (im Pott konnten wir sogar gute zehn Minuten bei totalem Sonnenschein unsere Bräune aufbesern), desto mehr Alkohol floss und die Vorfreude stieg. Mit der Wärme war es dann wenig später allerdings wieder vorbei und wir fuhren wieder durch Winterlandschaften. Die Bierkisten erinnerten uns sehr an das Spiel "Jenga!" (Jeder packt seine leere Bierflasche irgendwie in die Kiste und derjenige, bei dem alles runterfällt, muss alles aufräumen) und die Musik reichte von Mickie Krause bis zu den Hosen. Angekommen in Frankfurt gönnten wir uns zunächst eine schöne Currywurst außerhalb des Stadiongeländes und ärgerten uns dann furchtbar über das sehr nervige Karten-Zahlsystem der Arena, was eine einzige Abzocke ist, da nach dem Spiel plötzlich niemand mehr den Restbetrag der Karte auszahlen kann und die paar Euros dann einfach weg sind. Pro Bargeld! Die Zeit bis zum Anpfiff verging aufgrund von klirrender Kälte sehr schleppend, doch als die Mannschaft dann den Rasen betrat war alles vergessen. Der Support auf unserer Seite war wieder einmal quasi nicht vorhanden. Aber auch Frankfurt war zu Beginn der Partie erstaunlich leise.Das Spiel erwies sich dann als ziemlich langweilig: Kaum Torszenen, Frankfurt stand hinten drin - wir bekamen nichts gebacken. Der neue Linksverteidiger Abdennour konnte nicht wirklich durch Ballsicherheit überzeugen und überhaupt spielte unser Team sehr nachlässig. Zur Pause also 0:0. Als Pausenunterhaltung mussten dann wieder Fans den Ball von der Mittellinie direkt ins Tor schießen, was dieses Mal sogar einmal gelang. Witzig: Bei uns gibt es für dieses Kunststück 100.000 € - in Frankfurt gerade einmal 1000. Es lohnt sich eben in vielen Dingen ein Bremer Anhänger zu sein. Die zweite Hälfte startete dann denkbar schlecht: Frankfurt ging mit 1:0 in Führung. Die Eintracht machte von dort an gut Stimmung, welche bei uns natürlich schon längst verflogen war. "Wiese ist 'ne Frau" schallte durchs Stadion, welcher in seiner Hose bis zum Bauchnabel aber tatsächlich etwas merkwürdig aussah. Werder spielte in der Schlussphase nochmal stärker und als sogar unser Keeper mit nach vorne ging, sah es kurz so aus, als könnten wir noch einen Punkt ergattern, doch der Schlusspfiff lies die letzte Hoffnung verblassen. Schnellen Schrittes gingen wir zurück zum warmen Bus und vertrieben uns die Heimfahrt mit Musik, Gesprächen über Gott und die Welt und natürlich Beobachtungen unseres Mitreisenden C. , der sich als Heartbreaker des Busses erwies. ;)
Eine sportlich unerfreuliche Fahrt - lustig war es wie immer.

Strecke: 879 km (hin und zurück)
Zuschauer: 45600
Anreise: Bus
Tore: 1:0 Russ (57.)