28.02.09 - Werder Bremen II - Rot Weiß Erfurt 2:1

Gerade als die Müdigkeit der Mailandreise überwunden war, juckte es wieder in den Fingern und das Spiel unserer zweiten Mannschaft kam da gerade recht. Um die Mittagszeit ging es also mit dem Auto auf den Parkplatz von Platz Numero Once. Dort angekommen machten wir erstmal von der neuen Kartenregelung gebrauch, denn seit diesem Spiel können wir wieder gratis ins Stadion. Sehr fein. Wie üblich wurden wir wieder mit feinster Technomucke beschallt und gönnten uns dabei ne schöne Pommes. Die Mannschaften kamen raus und der gut besuchte Platz 11 begrüßte die Teams. Nach 22 Minuten gab es dann einen Elfmeter für uns, den Perthel sicher verwandelte. Kurze Zeit später hieß es dann jedoch schon wieder 1-1. Die 5-10 Erfurter Ultras kamen erst jetzt zum Spiel und brauchten bis zur Halbzeit um reinzukommen und ihre Banner aufzuhängen. Hätten sie sich auch sparen können denn kurz vor der Pause brachte uns Menge wieder in Führing. Diese gaben wir bis zum Schluss nichtmehr her und mit der Bundesligakonferenz im Radio und Vorfreude auf den nächsten Tag ging es wieder nach Hause.

Strecke: /
Zuschauer: 400
Anreise:/
Tore: 1:0 Perthel (22.), 1:1 Cannizzaro (24.), 2:1 Menga (39.)

26.02.09 - AC Milan - Werder Bremen 2:2

Mit einer Auswärtsniederlage in Cottbus im Nacken, ging es am Mittwochabend zum Weserstadion, um die Fahrt nach Mailand anzutreten. Mit jeder Menge flüssigen Gold gestaltete sich die Fahrt ziemlich lustig und als ich nach zwei-drei Stunden einschlief, erwachte ich erst wieder mitten in den schweizer Alpen. Man muss wirklich sagen, dass die Schweiz ein sehr sehr schönes Land ist, auch wenn Basel, was wir auch passierten, ein einziges Ghetto darstellt. Aber auf den Raststätten kann man bei herrlichem Panorama pinkeln. Alle sprachen schon seit Stunden vom schönen Italien, doch als wir dann die italienische Grenze erreichten, war es dann doch alles noch schöne Schweiz gewesen. Die restliche Fahrt nach Milano wurde ertränkt und wenig später kamen wir in der Mittagszeit am San Siro an. Dazu muss man noch sagen, dass es in einem wenig vertrauenserweckenden Vorort steht, in dem Kinder auf einem Autofriedhof spielten. Bei dem Anblick dieses zerstörten Stadtteils rief einer von hinten: "Hier ist United am Dienstag durch!" Könnte allerdings auch sein. Unfreundlich wurden wir auf den Gästeparpklatz geleitet, der wahnsinnig groß ist und auf dem unsere späteren fünf Busse etwas verloren aussahen. Das Stadion allerdings ist von außen schon einfach gigantisch und wahnsinnig hoch. Wir machten erstmal ein paar Fotos und gingen dann los richtung Stadt.Da wir absolut keine Ahnung hatten, wo es hinging, suchten wir einfach mal die nächste U-Bahnstation. Nach 20 Minuten suchten wir dann einen gegeigneteten Standort um die Blase zu entleeren, fanden wir dann aber leider nur ein kameragesichertes Haus. Als der Besitzer rausstürmte hieß es erstmal laufen. Wir fanden die U-Bahn mit Hilfe von anderen Werderanhängern und fuhren zum Kathedralenplatz. Die Bremer hatten schon einige kleine Läden an der Kirche eingenommen und so setzten wir uns einfach dazu. Ich nutzte die Zeit und das gute Wetter um mir das Gotteshaus einmal näher anzuschauen.Da gerade Fsching auf dem Platz gefeiert wurde, liefen überall verkleidete Kinder herum, mit denen sich die Bremer die Zeit vertrieben. So wurde SPIDERMAN vergöttert und ein Powerranger besiegte den ganzen Werderhaufen alleine. Das Kehrfahrzeug versuchte nachher das ganze Konfetti wieder aufzuräumen, bemerkte jedoch nicht, dass genau hinter ihm die Bremer mit Konfettitüten standen und den gerade gesäuberten Bereich wieder lustig einfärbten. Der gute Mann kam noch bestimmt zehn Mal vorbei und merkte es nie.Wir besuchten zwischendurch noch ein altes Gefängnis, einen kleinen Jahrmarkt und holten uns bei Burger King (es gibt keinen Chicken Nugget Burger oO) was zu essen. Die meiste Zeit hielten wir uns jedoch auf dem Platz vor der Kirche mit den anderen Bremern auf. Man muss aber auch wirklich sagen, dass die italienischen Frauen sehr hübsch sind. Fast alle waren perfekt gestylt und gekleidet - Modestadt eben. Je später es wurde, desto mehr Bremer wurden wir und allmählich kamen wir uns vor wie im Zoo, denn um uns herum war alles voller andere Touristen und schauten uns beim trinken, singen und bei der Humba zu. Sie filmten uns, fotografierten uns und riefen uns irgendwas zu. Fehlte echt nur noch, dass sie uns was zu essen hinwarfen. Um 18 Uhr machten wir uns dann alle zusammen auf zum Stadion und drehten uns ein letztes Mal zu unserem Platz um.Wir fuhren ein paar Stationen mit der U-Bahn, die wir mit "Wer nicht hüpft der ist kein Bremer" fast zum entgleisen brachten. Die Italiener in der Bahn reagierten aber echt cool, grinsten uns an oder machten sogar mit - sehr gechillt. Danach ging es mit Gefängnisbussen (Gitter statt Fenster) die letzten Meter bis zum Stadion. Bei der Einlasskontrolle kriegte sich der Ordner gar nicht mehr ein, als er in meinem Rucksack noch ein paar schöne deutsche Würste fand. Ich glaube alle Vorurteile wurden von mir bestens bestätigt. Dann ging es die berühmten Türme des San Siro hinauf - immer im Kreis, bestimmt 10 Minuten lang. Oben angekommen ließen wir das Stadion erstmal auf uns wirken.
Wirklich ein sehr beeinduckendes Teil. Im Stadion gab es dann nur alkoholfreies Bier - dafür aber jede Menge Ramazotti. Sinn? Wir richteten uns erstmal im Block ein, hingen unsere Fahnen auf und chillten ne Runde. Irgendwann drückte dann aber die Blase und wir bekamen die wunscherschönen Toiletten zu sehen.Man pinkelt da echt ins bodenlose. Will gar nicht wissen, wo das am Ende landet. Das Stadion füllte sich allmählich, aber richtig voll wurde es nicht. Als die Mannschaften den Rasen betraten, war das Stadion zu einem Viertel gefüllt. Mit einem schönen Pyrointro auf unserer Seite wurde das Team begrüßt und hinein ging es in den Kampf ums Viertelfinale.Werder spielte so stark wie lange nicht mehr. Mailand hatte nie den Ball und wenn ja, wurde er von den Bremern zurückerkämpft. Um so ärgerlicher, als die Mailänder einen sehr umstrittenden Handelfmeter zugesprochen bekamen und ihn versenkten. Werder spielte - Milan traf und das erneut: Pato nach einem klugen Pass frei vor Vander und drin war er. 2:0 zur Pause - ich glaubte nicht mehr dran.Aber Werder dominierte weiter und Pizarro gelang doch tatsächlich der Anschlusstreffer. Die ohnehin gute Stimmung auf unserer Seite wurde nochmal richtig gepusht und ales wir dann den Ausgleich erzielten, gab es kein Halten mehr. Alle drehten vollkommen am Rad, die letzten Bengalos wurden verbrannt und jeder fiel jedem in die Arme. Jetzt hieß es zittern: Wenn es so blieb, waren wir weiter. Mailand nochmal mit dem Freistoß - abgewehrt zur Ecke. Ecke kommt rein - wird geklärt - Abpfiff - wir hatten es geschafft.So richtig konnten wir es noch gar nicht fassen. Zur Beruhigung wurden unsere Spieler beim auslaufen abgefeiert, ehe es wieder richtung Bus ging, um die Heimreise anzutreten. Vorher gab es auf dem Parkplatz noch unsere private Pyroshow, doch die Ordner schauten einfach nur zu und entsorgten hinterher den Müll - sehr geil. Die Fahrt gestaltete sich wieder als süffig und endete mit acht Stunden Schlaf am Stück für mich. Als ich aufwachte, waren es nur noch ein paar Stunden bis nach Bremen. Dort angekommen wurde schnell geduscht und erstma ne Runde gepennt. Die Fahrt war mal wieder ein Beweis dafür, dass Auswärtsfahrten, gerade durch Europa, das beste der Welt sind. Die Erlebnisse während der Fahrt, die Städte, die man sieht und natürlich das Spiel selbst - das alles ist unbezahlbar.

Strecke: 2186.86 km (hin und zurück)
Zuschauer: 20000
Anreise: Bus
Tore: 1:0 Pirlo (26., Handelfmeter), 2:0 Pato (33.), 2:1 Pizarro (68.), 2:2 Pizarro (78.)

18.02.09 - Werder Bremen - AC Milan 1:1

Wie das an Europapokaltagen so ist, lief in der Schule natürlich gar nichts, zu sehr sind morgens einfach schon die Gedanken beim Spiel. Erleichtert ging es nach der Schule dann nach Brinkum, wo ich C. abholte, um mit ihm zurück nach Bremen zu fahren. Im besagten Brinkum erlebte ich dann auch promt meine erste Polizeikontrolle meines Lebens. Bezeichnenderweise nutzte C. diese Kontrolle um sich an der Tanke nen 6er Becks Gold zu kaufen - machte natürlich nen klasse Eindruck. Also "Führerschein und Fahrzeugpapiere" - was weiß ich was ich da zeigen muss, ham se sich dann selber aus der Mappe rausgesucht. "Alkohol getrunken?" "Nein, noch nicht." "Drogen genommen?" "Nö." "Schonmal Ärger mit der Polizei gehabt?" Kurzes Nachdenken. "Nö." Ein kurzer Blick in die Augen. "Schönen Tag noch". Die Autobahn war ziemlich voll aber wir kamen noch pünktlich zum Anpfiff der Stuttgarter an, die an diesem Tag in St. Petersburg ranmussten. Bei nem Bierchen schauten wir die erste Halbzeit von dem Spiel ohne Rasen (es war der reinste Acker) und begaben uns dann zur Bushaltestelle und nahmen den nächsten zum Tempel an der Weser.Auf dem Weg wurden noch ein paar Biere geleert und hinein ging es ins Stadion, welches schon gut gefüllt war. Auch im Gästeblock hatten sich einige Italiener eingefunden, welche aber eher leise blieben und ein wenig enttäuschten. Zum Einlauf gab es auf der Bremer Seite eine sehr schöne Choreo, die sich gegen Rassismus aussprach und von vielen Seiten organisiert war. Schöne Sache! Werder startete unglaublich stark und mit hohem Tempo. Wir erarbeiteten uns sehr gute Chancen, konnte sie aber wie so oft in dieser Saison nicht nutzen. So kam es dann, dass Inzaghi (Wer bitte sonst) das 0-1 für unsere Gäste erzielte. Es war wirklich so unglaublich ärgerlich, weil wir das Spiel bis dahin dominiert hatten. Doch Werder brach nicht ein und kämpfte weiter. In der Halbzeit stellte ich übrigens fest, dass der Ring um das Stadion einfach viel zu schmal ist. Man schafft es gerade so, in 15 Minuten vom Platz zum Klo und wieder zurück, aber auch nur wenn man so klein und wendig ist, wie ich ;)Nach der Pause kombinierte Werder weiterhin gut und ließ den AC Milan etwas alt aussehen, was seine Spieler ja zweifelsohne auch sind. Doch auch die Mailänder kamen zu guten Chancen und trafen sogar noch die Latte. Kurz vor Schluss erlöste Diego uns jedoch und drosch das Ding in die Maschen. Einen gegen die Eckfahne springenden Diego, der gerade das wichtige Tor im Europapokal geschossen hat - gibt es ein bessere Motiv? Kurz danach wurde Beckham eingewechselt und es war ein sehr geiles Gefühl ihn mal hier in unserem Wohnzimmer zu sehen. Er ist mein absoluter Lieblingsspieler und ich habe ihn ja auch schon im Wembley spielen sehen, doch hier im Weserstadion ist das nochmal was anderes. Ich kann auch mit Sicherheit sagen, dass die Hälfte der Frauen, die ihre Männer zu diesem Spiel begleitete haben, wegen Becks auf den Tribünen gefroren haben. Was hätte es nur für furchtbare Dialoge in den Bremer Wohnzimmer gegeben, wenn eben dieser Beckham nicht mal zum Einsatz gekomen wäre? So konnten die Bremer also noch drei Minuten Beckham gucken. In letzter Sekunde hätten wir sogar das Spiel noch gewonnen, als ein Freistoß an den Pfosten segelte und Pizarro das Ding danach in die Wolken haute - aber was solls. Mit einem Unentschieden war ich eigentlich ziemlich zufrieden und ich kann beruhigt nächste Woche nach Mailand fahren. Ach übrigens: Die Dialoge, die ich beim rausgehen noch mitbekam, machten mir eigentlich noch mehr Sorgen, als ich über das Weiterkommen nächste Woche habe: "Schatz, warte noch, Beckham zieht grade sein Trikot aus und zeigt seinen Oberkörper". Alles klar.

Strecke: /
Zuschauer: 36151
Anreise: /
Tore: 0:1 Inzaghi (36.), 1:1 Diego (84.)

14.02.09 - Werder Bremen - Mönchengladbach 1:1

Endlich ließen ein paar Sonnenstrahlen den Frühling erahnen und dementsprechend mit guter Laune ging es heute mit dem Auto in Richtung Hemelinger Hafen. Zwei Parkplätze auf einmal besetzt und ab ging es in den Bus, der uns zum Stadion brachte. Dort angekommen, schaute uns Hans Meier zunächst grimmig aus dem Mannschaftsbus an und hinein ging es in den Tempel. An diesem Tag hatten wir sogar schon Karten BEVOR wir uns zum Osterdeich begaben - ein selten gewordenes Ereignis. Im Stadion fiel dann zunächst die 110-Jahre Fahne auf, die als DH zunächst aus der Kurve ragte und später dann geschwenkt wurde. Schönes Ding!Paul Stalteri wurde mit Sprechchören und einer Kanandafahne zurück in Bremen begrüßt. Warst g'scheit Paule! Die Sonne kam langsam rum und kurzzeitig schien sie uns auch genau ins Gesicht. Zwar blendete sie wie sau, aber immerhin fühlten wir uns für fünf Minuten mal nicht wie in der Arktis. Die Gladbacher zeigten viele kleine Fahnen, was in der Bewegung sehr gut aussah. Auf unserer Seite wurde das Standard-Intro gezeigt, mit Ausnahme der erwähnten neuen Fahne. Einige Kutten ließen mal wieder "Ultras raus" und "Ultras aus der Kurve" von sich hören, weil sie wegen den Fahnen nichts sehen können. Stellt euch woanders hin. Das Spiel ging dann nur in eine Richtung. Werder kombinierte, kam zu Chancen doch der Keeper der Gladbacher schien nicht von diesem Planeten zu kommen. Die Stürmer schossen ihn aber auch regelmäßig an oder trafen das leere Tor nicht. 0-0 zur Halbzeit und es gab wieder einige Pfiffe. In der Pause gab es dann mal wieder den Haake-Beck 100.000€ Schuss und dieses mal scheiterte ein Kandidat wirklich nur sauknapp. Ein paar cm neben dem Pfosten schlug die Kugel ein und die Finanzspritze blieb ihm verwehrt. In der zweiten Halbzeit sah das Spiel genauso aus, wie in Durchgang Eins. Werder drückte und in der 76. Minute erlöste Pizarro uns mit der Führung. Gerade hatten wir uns nach dem Ausrasten erholt, bekamen wir ein selten dämliches Gegentor zum Ausgleich. Werder hatte am Ende 35 Torschüsse und 19 Ecken, aber der Ball wollte nichtmehr über die Linie. Ob es die Latte war, der Keeper hielt oder der Ball von Feldspieler abgefälscht wurde, eine unsichtbare Wand schien vor dem Tor des Ligaschlusslichts zu stehen. Abpfiff - wieder nicht gewonnen.Es kam dann alles zusammen: Erst legte ich mich aufm matschigen Osterdeich gepflegt auf die Nase und dann war auch noch unser Park & Ride Bus defekt und nach gefühlten 654 Anfahrversuchen ließ der Fahrer uns endlich wieder aus dem Bus.
Das Spiel brachte nicht den erhofften Erfolg und die Enttäuschung überwog dann doch an diesem Samstagnachmittag.

Strecke: /
Zuschauer: 42100
Anreise: /
Tore: 1:0 Pizarro (76.), 1:1 Bradley (79.)

07.02.09 - Schalke 04 - Werder Bremen 1:0

Einen zweistelligen Tabellenplatz kurz vor der entscheidenen Phase in der Saison? Das hatten wir schon lange nicht mehr. Die Schalker, die an diesem Tage unser Reiseziel sein sollten, hatten jedoch auch sehr viele Probleme in der gesamten Saison und standen in der Tabelle nur einen Platz über uns. Also kurz getankt und ab ging es zum Stadion, wo der Bus schon auf uns wartete. Drinnen dann das übliche Bild verschiedenster Fahrgäste. Eine Bande richtig fetter Werderanhänger (und ich meine nicht übergewichtigt, dick oder pummelig, nein, ich meine fett) machte sich sogleich daran, die Kurze-Vorräte zu vernichten. Kurze Zeit später bestanden ihre Unterhaltungen dann auch nur noch aus "uhuuuuuu" oder "wohaaaa".
Viel zu früh kamen wir in Gelsenkirchen an und dekorierten den langen Weg zum Gästeeingang mit ein paar Aufklebern. Angekommen, stellten wir fest, dass dieser erst in einer halben Stunde öffnete und deshalb checkten wir die andere Seite der Arena ab. Lustig war noch ein kostümierter Schalkefan in Knappentracht, der nicht mit seinem Auto zur Arena gelassen wurde und bei der Diskussion mit den Ordnern herrlich dämlich aussah. Vor der Westkurve gab es noch einen Schuss-Kilometerzähler, der allerdings von den Bremern schnell eingenommen wurde. Die Bratwurst, die wir uns voller Vorfreude kauften, erwies sich als mehr als eklig und so ging es immernoch hungrig zurück zum Gästeberreich, der gerade öffnete.Gratis bekamen wir noch das Vereinsmagazin der Schalker, mit dem man einige Zeit totschlagen kann. Witzig: Auf der Seite mit den Spielerfotos gucken alle Schalker angriffslustig auf die nächste Seite, wo der Gegner abgedruckt ist. Eigentlich wollten wir uns nochwas zu essen kaufen, aber da die Arena das bescheuerte Kartensystem hat, mit dem man sowieso nur abgezogen wird, sparten wir uns das. Hinein ging es in den Block und es war schon ein sehr seltsames Gefühl in einem geschlossenen Stadion zu stehen. Man hat überhaupt nicht das Gefühl, sich in einem Fussballtempel zu befinden, sondern in einer Halle. Kurz vor Spielbeginn wurde das Dach allerdings aufgemacht, was meinen Stehnachbarn sichtlich enttäuschte: "Manno, ich hab extra meine Hallenschuhe angezogen". Den die restliche Wartezeit überbrückten wir mit Beobachtung eines sichtlich vollen Mannes, der immer irgendwelches Wirres Zeug brüllte und alle um sich anpöbelte. Leute gibts...Das Spiel begann mit starken Intro der Schalker, die in einem Spruchband die Dienste von Fabian Ernst würdigten, den es in die Türkei zieht. Viel Spaß Fabe! Warst ja auch mal einer von uns. Auf unserer Seite gab es nur ein paar Schwenker, da RV das Spiel boykotierte. Will mich dazu auch gar nicht weiter äußern, aber ein Spiel zu verpassen, noch dazu ein ziemlich wichtiges, weil man mit dem Handeln von Polizei/Ordnern nicht einverstanden ist, finde ich merkwürdig. Stehe der Sache aber neutral gegenüber - sie werden schon ihre Gründe haben. Stimmung kam in unseren Reihen immer mal wieder auf aber dann doch nie so wirklich. Gänseaut hatte ich nur, als unsere Mannschaft zum warmlaufen kam und bei der Szene nach dem Spiel, die ich später schildere.
Das Spiel an sich war einfach nur langweilig. Beide Mannschaften waren nur bei Standardsituationen gefährlich und im Spielaufbau zeigten sich beide Teams furchtbar unorganisiert. Zur Pause gab es Pfiffe vom Schalker Publikum. Übrigens: Die Schalker Fans sind bei dem Sponsorenspiel, wo man den Ball von der Mittellinie ins Tor schießen muss, genauso untalentiert wie die Bremer. Beruhigend irgendwie.
Hinein in Halbzeit zwei, wo wir auch sofort das Gegentor kassierten. Nach einem Freistoß schlug der Ball unhaltbar geköpft ins lange Eck ein. Wir lagen wieder hinten. Die letzten Minuten dominierten wir zwar das Spiel und wir hätten durchaus einen Treffer verdient gehabt, doch er wollte einfach nicht fallen. Einige sangen passend:"So So So und So, bei uns Bremern ist das So". Sogar Wiese mischte in den Schlussminuten im Schalker Strafraum mit. Doch es half nichts: Abpfiff - schon wieder verloren.Nach dem Spiel kamen überraschend viele Spieler noch in die Kurve, die der Mannschaft mit dem zeigen ihrer Schals die weitere Unterstützung zusicherte. Ein geiler Moment irgenwie. Merte blieb noch etwas länger als die anderen, verschenkte sein Trikot und machte entschuldigende Gesten in Richtung Block - feine Sache von ihm.
Im Regen ging es dann wieder in unseren Bus, den wir über den matschigen Parkplatz erreichten. Geil noch das Bild eines Kleinwüchsigen, der gegen einen Baum strullerte, der daraufhin wahnsinnig zu dampfen begann. Ein Anblick für die Götter.
Die Rückfahrt wurde mit PSP, MP3 Player und nachdenklichen Phasen schnell rumgekriegt. Durch den Bus hallte die letzte halbe Stunde "HEUTE SCHÜTT ICH MICH ZUUU" und die Fahrt wurde mit guter Laune abgeschlossen. Bei Burger King wurde das versäumte Mittagessen nachgeholt und ab ging es nach Hause. Eine sportlich und wettertechnisch grausame Fahrt. Aber wen kümmert's? Wir hatten wieder jede Menge Fun!!


Strecke: 494 km
Zuschauer: 61673
Anreise: Bus
Tore: 1:0 Höwedes (48.)

01.02.09 - Werder Bremen - Arminia Bielefeld 1:2

Drei Tage nach dem Rückrundenstart in Dortmund, ging es nun auch in der Bundesliga wieder los. Gegner sollte heute die Arminia aus Bielefeld sein. Im Hinspiel noch standen wir schwitzend in der Sommerhitze - nun wollte das Thermometer nicht über die 0 Grad-Grenze klettern. Bei klirrender Kälte ging es also mit Mütze, Schal und Handschuhen bewaffnet richtung Stadion. Unser altbewährtes, selbst erfundenes System "Park & Bike" brachte uns zum Osterdeich, wo wir uns zunächst mit unserem Kartendealer treffen wollten. Unglücklicherweise hatte der gute Mann sein Handy ausgeschaltet und als wir vor seinem Mehrfamilienhaus standen, konnten wir uns nicht entscheiden ob wir eher bei "Horstmann" oder "De La Huelga" klingeln sollten. Wir entschieden uns fürs abhauen. Die Karten kauften wir dann stilecht an der Treppe und hinein ging es mit Backfisch und Bratkartoffeln ins Stadion an der Weser. Zunächst fiel auf, dass auch das Dach über der Südtribüne fertig zu sein schien. Unser Stadion sieht jetzt schon irgendwie komisch aus mit den zwei großen Dächern, und den kleinen in den Kurven. Aber ich vertraue dem Baumeister, dass es irgendwann mal wunderschön wird. Die Lautsprecher waren jedenfalls eine einzige Katastrophe und Arnie und Stolli brachten nur ein gepflegtes Kratzen aus ihnen heraus.Das Spiel begann sehr schleppend. Kaum Strafraumszenen und sichtlich demotivierte Spieler brachten kaum vernünftige Pässe zustande. Folgerichtig bekamen wir natürlich das 0:1 nach gut 20 Minuten und die Stimmung war wieder im Eimer. Dann rutschte der Bielfelder Keeper mit dem Ball in der Hand aus dem Strafraum und wir bekamen einen Freistoß aus guter Position. Hugo "Der Hammer" Almeida drosch die Kugel mit unfassbarer Geschwindigkeit ins Netz und ließ uns vor der Pause nochmal aufatmen. In der Pause fing es an zu schneien und wir wurden mit Klassikmusik vom feinsten beglückt, die am Anfang nervte, aber auf die wir später nur noch abgingen. Stolli teilte uns noch mit, dass wir am Ausgang die sogenannten "Gröhler" ausgeteilt bekommen würden. Leider weiß ich bis heute nicht, was es mit diesen Dinger auf sich hatte. Allerdings hatte ich immerhin mehr verstanden als der liebe Mann neben mir: "Was kriegen wir am Ausgang? Döner???".
Die zweite Halbzeit war eigentlich noch schlechter, denn die Bielefelder gingen relativ schnell wieder in Führung. Wir hatten in der Folgezeit 14 (!) Ecken aber nicht eine führte auch nur annähernd zu Torgefahr. Uns wurden noch zwei Elfmeter verweigert, doch völlig verdient verloren wir die Kiste 1:2.Nach dem Spiel ging es dann erst in den warmen Bus und später in der Eiseskälte mit dem Rad nach Hause. Die Fahrt vertrieben wir uns mit sinnlosen Liedern über die "Baba-Bäckerei" und mit hundert Versionen von "Hey Marlene". Ein kalter und nicht sehr erfolgreicher Nachmittag war es. Aber Spaß macht es trotzdem immer.

Strecke: /
Zuschauer: 38522
Anreise: /
Tore: 0:1 Marx (24.), 1:1 Almeida (44.), 1:2 Wichniarek (49.)