30.11.08 - Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 5:0

Der Tag ging eigentlich schon ziemlich beschissen los, da die Bahn vom Weserwehr nicht kommen wollte und es wie aus Eimern regnete, was auch den Plan vom zu Fuß zum Stadion gehen, vernichtete. Also beobachteten wir die Anzeige "Fahrzeug wird behindert" und hofften auf das Beste. Als die Bahn dann kam, erkannten wir ziemlich schnell, wieso diese vorher behindert wurde, denn auf der Scheibe neben uns stand "UF" - alles klar. Am Stadion holten wir uns noch unsere Karten ab und hinein ging es ins Stadion. Nachm Essen bestaunten wir Teile des neue Daches, das weitaus höher ist und weiter ans Spielfeld heranreicht. Sieht nicht schlecht aus.Los ging es mit dem Spiel. Unsere Elf hatte einiges wieder gut zu machen und so kämpften und kombinierten unsere Bremer fleißig nach vorne. Nach 20 Minuten hatte Pizarro schon zwei Tore geschossen und noch vor der Halbzeit makierte Diego per Elfmeter das 3:0. Wir feierten die Mannschaft schon zur Halbzeit, obwohl die Stimmung für so einen Spielstand recht schlecht war. Vielleicht lag es an dem Champions League-Aus in der Vorwoche. Pizarro machte nach der Halbzeit genau da weiter, wo er davor aufgehört hatte: er schoss Tore. 4:0! Dann verließen sehr viele Frankfurter das Stadion. Einige berichteten nach dem Spiel, dass sie untereinander Stress hatten, andere sagten sie gingen, wegen ihren Freunden in der Stadt, die von der Bremer Polizei nicht zum Spiel gelassen wurden. Ich weiß nicht, was stimmt. Wir schossen noch das 5:0 und Arnie warnte über die Lautsprecher die Besucher in der Westkurve und auf der Nordtribüne vor dem Gästeeingang, den sie lieber ungehen sollten. Wir liefen natürlich zur besagten gefährlichen Zone, doch außer sehr, sehr viel Polizei war nichts zu erkennen. Wir fuhren nach Hause und freuten uns einfach über den Sieg, der wirklich mal wieder fällig war.

Strecke: /
Zuschauer: 40087
Anreise: /
Tore: 1:0 Pizarro (11.), 2:0 Pizarro (20.), 3:0 Diego (44./Foulelfmeter), 4:0 Pizarro (62.), 5:0 Hunt (75.)

16.11.08 - Werder Bremen - 1. FC Köln 3:1

Das einzige Sonntagsspiel sollte uns gehören und die gesamte Aufmerksamkeit von Fussball Deutschland lag auf unseren Schultern. Am Morgen hatten wir noch mit unserem SV Hemelingen einen 13:0 Erfolg verbuchen können und dementspechend gut gelaunt ging es zum gefühlt 1000en Mal ins Weserstadion. Vorher pflegten wir noch etwas unsere Kontakte zur Kartenmafia - man kann nie genug Leute kennen... Bevor wir den Fussballtempel betraten, holten wir uns noch unsere Karten vom Händler unseres Vertrauens und begutachteten den Kölner Mob, der gerade ankam. Optisch waren sie nett anzusehen, doch außer einem "Hier regiert der FC Köln" konnte man akustisch nichts vernehmen.
Hinein ging es also ins Stadion, um Bratkartoffeln und Backfisch zu kaufen. Zu uns gesellte sich noch ein alter Bekannter und wir nahmen unsere Stammplätze ein. Am Dach der Nordkurve konnte man teilweise schon erkennen, wie weit es später über die Tribünen hinaus ragen wird. Wielange es aber noch dauert, bis es fertiggestellt sein wird, bleibt aber weiterhin ein Rätsel. Ich finde es verändert sich von Spieltag zu Spieltag beängstigend wenig. Kann mich aber auch täuschen. Die Kölner machten in den Minuten vorm Anpfiff schon gut Alarm und zeigten, dass sie einiges drauf haben. Unser Stadionsprecher betitelte sie als "Gesangsfreudigste Fans der Liga", was die Kölner sichtlich freute, ich aber anderer Meinung bin (nein ich meine nicht, dass WIR besser sind). Auch optisch war der Gästeblock schön anzusehen.Zum Anpfiff zündeten die Kölner auch ein Bengalo, was zur guten Stimmung beitrug. Auf unserer Seite ein schönes Standard-Intro und einige gute Versuche zu singen, die aber durch den falschen Einsatz von Trommeln, die nicht von den Ultras kommen und teilweise Anti-Ultras vernichtet wurden. Das übliche, traurige Bild eben.
Das Spiel ging gut los für uns, denn bereits nach einer Viertelstunde versenkte Diego einen Foulelfmeter in die Maschen. Kurz vor der Halbzeit dann tatsächlich ein Kopfballtor nach einer Ecke von Naldo. Ich bin wirklich froh, dass ich ein Tor nach einer Ecke in meinem Leben noch erleben durfte, nach gefühlten 400 Jahren Durststrecke. Halbzeit wurde mit dem üblichen sinnlosen Gelaber totgeschlagen und kurz nach der Pause bekamen wir auch den Anschlusstreffer durch Novakovic (durch wen auch sonst). Werder brach zum Glück aber nicht ein und Almeida machte mit einem Wahnsinnsschuss (123 km/h) alles klar für uns.Glücklich ging es nach Hause - mit drei Punkten und dem erreichten Nicht-Abstieg mit Hemelingen. Das Wochenende hatte sich gelohnt.


Strecke: /
Zuschauer: 42100
Anreise: /
Tore: 1:0 Diego (Foulelfmeter, 15.) 2:0 Naldo (45.), 2:1 Novakovic (48.), 3:1 Almeida (55.)

08.11.08 - VfL Bochum - Werder Bremen 0:0

Nach einem klaren Sieg gegen die Hertha und einem Debakel in der Champions League ging es ohne jede Erwartungen in richtung Pott. Auf der altbekannten Zugstrecke vertrieben wir uns wie immer die Zeit mit der Bildzeitung und der Beobachtung von lustigen Menschen. Ein besonderes Exemplar setzte sich zu uns und sagte eine Stunde lang genau drei verschiedene Sätze: "Arminia ist schon gut..." "Arminia ist stark" und "Arminia ist unschlagbar". Wir reagierten überhaupt nicht auf ihn, doch er gab nicht auf und sagte diese Sätze immer und immer wieder. Wir konnten uns das Lachen kaum noch verkeifen. In Wunstorf begegneten wir noch einer Gruppe Faschos, die an diesem Tag noch eine etwas größere Rolle spielen sollten.
Angekommen in Bochum nahmen wir zunächst einen Döner als Burger bei der Kette "Mr. Chicken" zu uns und kamen mit einer Rauchbombe am Bahnhof in Stimmung. Danach ging es dann zu Fuß zum Ruhstadion oder wie es dank Sponsoren heute heißt: "reWIRpowerStadion". Unglaublich schlimmer Name. Der Gästeblock in diesem herrlich altmodischen Stadion war bereits gut gefüllt, doch wir fanden noch ein paar nette Plätze. Neben uns hatte jemand wohl ein bißchen viel getrunken, weswegen er auf den Stufen saß und ziemlich fertig aussah. Seine Kollegen stimmten den passenden Gesang an: "Armes Häschen bist du krank, dass du nicht mehr schlucken kannst?" Vorm Anpfiff besuchten wir noch einmal das Klo, welches für jeden Fan der helle Wahnsinn ist: Alles ist tapeziert mit Aufklebern verschiedenster Vereine und Fanszenen. Ich steuerte einen "Bremen & Essen - Niemals vergessen" - Aufkleber der Sammlung bei und zurück ging es in den Block.
Das Spiel ging mit guten Auswärtssupport los, denn nicht umsonst nennt man das Spiel in Bochum das "18. Heimspiel". Auch heute waren wieder sehr viele Bremer mitgefahren. Schön, dass dies auch in weniger erfolgreichen Zeiten so ist. Auch die Mannschaft spielte nach vorne und hatte gute Chancen. Leider wollte das Tor nicht fallen und so wurde auch die Stimmung von Minute zu Minute leiser, obwohl das eigentlich andersrum sein sollte. Als dann die ersten Leute begannen, gegen den Vorsänger zu singen und versuchten die Dauergesänge (die immer noch am meisten rocken, seht es mal ein) zu übertönen, war dann alles vorbei. Auch die Mannschaft spielte immer schlechter und vergab gute Chancen. "Schießen, einfach schießen" schallte es aus der Kurve, doch lediglich Naldo traf die Latte. Schluss, Aus, Unentschieden. Punkt geholt und nicht verloren. Wir waren zufrieden und legten einen Sprint zum Bahnhof hin, den wir uns auch hätten schenken können, da die Deutsche Bahn natürlich Verspätung hatte. Im Stadion gab es dann noch folgende Szenen: (Wir waren zu diesem Zeitpunkt NICHT mehr anwesend, weshalb diese Zeilen komplett von anderen Quellen stammen) Die Fascho-Gruppe, die wir bereits in Wunstorf gesehen hatten, versuchten eine alte Reichskriegsfahne auszurollen und einen Banner mit der Aufschrift "Pro Rassismus" im Block zu präsentieren. Dies wurde von einigen Werderanhängern und der Polizei sofort unterbunden und die Nazis festgenommen. Hoffentlich wird das Stadionverbot für die Gruppe bundesweit ausgesprochen - nie war eine Platzsperre für "Fans" wohl angebrachter. Löblich auf jeden Fall das Verhalten all derjenigen, die eingeschritten sind und gezeigt haben, dass Rassismus nichts in unserer und auch nicht in irgendeiner Kurve dieser Welte eine Rolle spielen sollte. Politik hat im Fussball nichts zu suchen. Meine Meinung.(Bild: DPA)
Die Rückfahrt war dann wieder entspannt, obwohl wir wieder wegen Verspätungen die Anschlusszüge verpassten. So wurde in Wunstorf eben auf einem komplett verlassenen Bahnhof mit dem Handy Mucke gehört, im Zug mit zwei Galdbachern über das Spiel in Bielefeld gequatscht und im Bus in Bremen ein Schnapsopfer belächelt, welches nach drei Haltestellen schon wieder aussteigen musste, da er einfach nicht mehr fähig war irgendentwas mitzubekommen. Viel erlebt an diesem Samstag im Pott.

Strecke: 422,22 km
Zuschauer: 27237
Anreise: Zug
Tore: Fehlanzeige

04.11.08 - Werder Bremen - Panathinaikos Athen 0:3

Eigentlich sollte dieser Dienstagabend ja für die Projektarbeit genutzt werden, doch über allem schwebte dieses eine, geile Gefühl: Champions League. Das machte das lernen natürlich unmöglich und deswegen wurde es auch gar nicht weiter versucht. Zur gewohnten Zeit ging es mit dem Bus zum Stadion, welches in geheimnisvollem Nebel wirklich sehr geil aussah. Schon von draußen hörte man einige Athener, die in der Flutlichtatmosphäre ihre Gesänge anstimmten, gehts geiler? Auf den Plätzen dann der erste Lacher: Es hatte doch tatsächlich ein Arbeiter fertig gebracht, seine Rohrzange auf genau meinem Platz zu vergessen. Da wird man am Eingang kontrolliert wie ein Schwerverbrecher (ja ich weiß in anderen Stadien sehr viel schlimmer) und aufm Platz liegt ein Werkzeug, dass einem den Schädel spalten könnte. Na ja das Ding wurde natürlich als Andenken mitgenommen. Die Zeit wurde dann damit verbacht Gummibänder, die passend zu der Zange auf dem Platz lagen, ins Stadionbad oder in den Athener Block zu schießen. Als die guten Dinger alle irgendwohin weggeballert waren, holten wir uns was zu essen und das Spiel konnte beginnen. Die Ostkurve optisch stark - akustisch schwach, der Wechselgesang mit der Westkurve allerdings war wieder geil. Athen zeigte einige wenige Fahnen und überzeugte mit schönen Dauergesängen.Die erste Halbzeit war ziemlich langweilig und ging mit 0-0 zuende. Wir fürchteten schon ein ähnliches Spiel wie gegen Famaguste, doch es kam dann doch noch ne Ecke schlimmer. In der 58. Minute gerieten wir wieder einmal in Rückstand und die Mannschaft tat zu wenig um den Ausgleich zu schaffen. Mit einem zugegebenermaßen wunderschönen Tor erhöhten die Griechen auf 0-2 und 10 Minuten vor Schluss sogar auf 0-3. Wir waren wieder einmal entzaubert worden und hatten eine derbe Klatsche bekommen. Die Griechen feierten natürlich und rasteten schön aus. Das Stadion war in der 80. Minute schon fast leer, was ich nicht verstehen konnte und immernoch nicht kann. Leute, steht zu eurem Verein! Gebt ihm in schweren Zeiten das zurück, was ihr in den guten von ihm bekommt. Hört auf zu meckern, fangt an zu supporten. Lebenslang grün-weiß? Nicht nur labern, auch mal machen! Sehen uns Samstag in Bochum . . .


Strecke: /
Zuschauer: 35968
Anreise: /
Tore: 0:1 Mantzios (58.), 0:2 Karagounis (70.), 0:3 Tziolis (83.).

01.11.08 - Werder Bremen - Hertha BSC Berlin 5:1

Na also!
Nach dem verkorksten Spiel am Dienstag, ging es am Samstag bereits mit dem nächsten Heimspiel weiter. Da die Leistungsträger Pizarro, Wiese und Diego wieder mit an Bord waren, ging es zuversichtlich zur gewohnten Zeit bei gewohnt schlechten Wetter in das Stadion mit den schönsten Flutlichtmasten der Welt. Die Karten bekamen wir übrigens relativ kurzfristig direkt vorm Stadion von einem Forenuser, dessen Nickname ich leider nicht weiß. Deshalb grüß ich ihn mal ganz anonym: Bist g'scheit ;) Bratkartoffeln und Backfisch wurde reingezogen und unseren Jungs beim aufwärmen zugeguckt. Die Hauptribünen sahen auch irgendwie cool aus, da die unteren Reihen wegen des Umbaus mit Regencapes ausgestattet wurden. Das Spiel wurde vom Stadionsprecher als das wichtigste der letzten Jahre betitelt - konnte ich nicht ganz nachvollziehen, auch wenn es sich wirklich um eine sehr sehr bedeutsame Begegnung handelte, keine Frage. Die Hauptstadt war auch gut im Gästeberreich vertreten und feuerte ihre Truppe an, die an diesem Tag auf ihren Stammtorhüter verzichten musste.Bereits nach einer Viertelstunde beglückte uns ein Berliner Abwehrspieler mit einem Eigentor und ließ uns auf einen Sieg hoffen. Diego bestätigte diese Hoffnung mit einem spektakulären Seitfallzieher - mal wieder ein Kandidat für das Tor des Monats. Noch vor der Pause erhöhte Rosi auf 3-0 und alle waren wieder zufrieden. Zur Pause mal keine Pfiffe? Ungewöhnlich war es, ja, aber sehr sehr angenehm. Nach der Pause das selbe Bild: Ein Spiel auf ein Tor. Der superstarke Pizarro gönnte sich nun auch ein Tor, ehe die Berliner zu ihrem Ehrentreffer kamen. War mir in diesem Moment natürlich herrlich egal, da Pizza mit seinem zweiten Tor auch noch das 5-1 erzielte. Trotz des hohen Ergebnisses war die Stimmung wieder mäßig. Die besten Gesänge werden von denen, die den Text nicht kennen einfach übersungen. So waren wieder nur die "Schlachtrufe" laut und nicht die Lieder mit Melodie, die wirklich rocken. Na ja die Mannschaft war wieder da und das ziemlich eindrucksvoll. Die Zeichen für das Spiel am Dienstag stehen also gut: Gewinnen wir gegen die Athener ist auch in der Champions League noch alles drin und Europa steht uns offen!


Strecke: /
Zuschauer: 42000
Anreise: /
Tore: 1:0 Kacar (14./Eigentor), 2.0 Diego (20.), 3:0 Rosenberg (42.), 4:0 Pizarro (60.), 4:1 Cicero (68.), 5:1 Pizarro (85.)