10.12.12 - Werder Bremen - VfL Wolfsburg 4:1

Leute, Leute wo ist das Jahr denn schon wieder geblieben? Da studiert und arbeitet man sich durchs Leben und ehe man sich versieht steht schon wieder das letzte Heimspiel des Jahres vor der Tür, nun denn: Die Wunden von München wurden also geleckt und an einem für diese Jahreszeit ungewöhnlich warmen Dezembernachmittag ging es also das letzte mal im Jahre 2011 in Richtung Osterdeich. Es war wieder einer dieser Tage an dem wir Karten im Überfluss hatten, sodass unsere Gruppe am Ende relativ groß wurde und quasi eine ganze Reihe alleine besetzen konnte - sehr gute Sache. Es passierte im Vorfeld der Partie nichts wirklich Erwähnenswertes also gleich zum Spiel: Zwischen den Pfosten kehrte Tim Wiese ins Team zurück und gab unserer Elf den nötigen Rückhalt wieder.Der Support der Mitgereisten Wolfsburger war nicht erwähnenswert, vor allem weil die Ultragruppen mit ordentlich Verspätung das Stadion betraten. Die Mannschaft aus dem nahen Niedersachsen passte sich dem Niveau der Anhänger an und bot eine Vorstellung, die ich ohne Zweifel als eine der schlechtesten je gesehenen bezeichnen kann. Wolfsburg gelang genau gar nichts. Relativ zügig ging Bremen also mit einem Debüttreffer von Sokratis in Führung und mal ehrlich: Wem gönnt man ein Tor momentan mehr als dem kämpferischen Griechen? Noch vor der Pause konnte Pizarro auf 2:0 erhöhen, was bei den Wolfsburgern jedoch auch nach der Pause nicht zu einem plötzlichen Erwachen führte, sondern sie noch mehr verunsicherte 3:0 Rosenberg, 4:0 Arnautovic. Trinks, Arnautovic und Wagner vergaben in der Folgezeit 100%ige Chancen. Durch einen Sonntagsschuss erzielte Wolfsburg dann noch den Ehrentreffer, der aber nich mehr der Rede wert war. Die Saison bleibt ein sehr krasses auf und ab.

Strecke: /
Zuschauer: 39124
Strecke: /
Tore: 1:0 Sokratis (18.), 2:0 Pizarro (45.), 3:0 Rosenberg (55.), 4:0 Arnautovic (71.), 4:1 Schäfer (86.)

03.12.11 - Bayern München - Werder Bremen 4:1

Auch in diesem Jahr mussten unsere Bremer mal wieder bei den Bayern antreten. Aus finanziellen Gründen ist es uns nicht möglich jedes Mal in München dabei zu sein, doch dieses Jahr sollte es zumindest für J!m wieder Richtung Süden gehen. Bereits am Freitagabend ging die wilde Fahrt per Bus los und die eine oder andere Flasche Bier wurde geleert und mit vielen Gesprächen über alte Zeiten verging die Reise mal wieder wie im Fluge. In München angekommen suchten wir mit ein paar Weggefährten (manche mit mehr, manche mit weniger IQ) das Hofbräuhaus auf, in welchem wir mit Maßkrug und Leberkäs' die restlichen Stunden totschlugen.Lustig war dabei, dass etliche asiatische Touristen uns ununterbrochen fotografierten, wie wir da saßen und tranken. Muss schon eine beeindruckende Erfahrung sein, so betrunkene Fussballfans kennenzulernen. Unser Bus fuhr uns bequemerweise weiter bis zum Stadion, in welchem wir den Block betraten und dem gewohnt langweiligen Münchner Stadionprogramm lauschten. Ich hatte irgendwie den Eindruck, dass an diesem Tag weniger Bremer den Weg zu den Bayern aufgenommen hatten als üblicherweise, kann mich aber auch getäuscht haben.Da Tim Wiese einige Tage zuvor seinen Vater verloren hatte, vertrat Mielitz ihn im Tor, ansonsten boten wir jedoch weitesgehend unsere Bestbesetzung. Doch schnell wurde klar, dass die Bayern an diesem Tag eine Nummer zu hoch für uns waren. Ribery konnte unsere Abwehr bereits nach 22 Minuten austanzen und einnetzen und auch nachdem Rosenberg uns mit dem Ausgleich kurz zum ausrasten brachte, konnten die Bremer keine Stabilität ins Spiel bringen und fingen sich weitere Gegentore ein. Ernüchterung herrschte auf unserer Seite, doch irgendwie hatte man es ja auch geahnt.4:1 hieß es am Ende. Und damit waren wir ehrlich gesagt noch gut bedient, da sich Hunt zum krönenden Abschluss noch den Platzverweis abholte. Aber was solls. Auf der Rückfahrt wurde erstaunlicherweise mit guter Laune getrunken. Auch als uns kurz vor Kassel irgendein wichtiger Schlauch riss und der MAN Notdienst irgendwo aber nicht auf unserer Autobahn rumkurvte, blieb die Laune gut. Nach 3,5 Stunden auf einem verlassenen Parkplatz ohne Licht aber mit viel Bockwurst vom Busfahrer nahm die Fahrt dann am frühen Sonntagmorgen dann doch irgendwann nochmal ihr wohlverdientes Ende. Keine Punkte, aber schön wars natürlich trotzdem ;)

Strecke: 1136,72 km
Zuschauer: 69.000
Anreise: Bus
Tore: 1:0 Ribery (22.), 1:1 Rosenberg (52.), 2:1 Robben (69.), 3:1 Ribery (77.), 4:1 Robben (83.)

05.11.11 - Werder Bremen - 1. FC Köln 3:2

Nach dem dreiwöchigen Trip in die Hauptstadt Großbritanniens und einem langen Flug nach Hause, kam KiNG pünktlich zum Bundesligaspiel gegen die Domstädter wieder in Bremen an. Nach den Auswärtspunkten in Mainz von vorheriger Woche, benötigte Werder unbedingt drei weitere Zähler um sich in der Spitzengruppe des deutschen Oberhauses festzusetzen. Mit dem Smart ging es aufgrund von Kartenmangels etwas früher in Richtung Osterdeich. Dort angekommen beschafften wir uns durch gut gepflegte Kontakte Tickets und schauten uns die Spielerbusse, sowie den Kölner Mob an.KiNG füllte seine Werdercard für die gefühlt nächsten drei Jahre mit Geld und hinein ging es in die geliebte Kurve, die an diesem Tage schon gut gefüllt war. Sowieso waren wir erstaunt, dass ein Spiel gegen Köln so schnell ausverkauft war - man merkt wenn Werder oben steht. Stadionsprecher Arnie machte das Programm alleine, da Stolli im Krankenhaus verweilte - gute Besserung an dieser Stelle! Das Spiel konnte losgehen und der ebenfalls gut besetzte Gästeblock zeigte eine schöne Choreo.Doch wie schon so oft in dieser Saison startete unsere Elf mehr als schlecht: Bereits nach drei Minuten hieß es nach einer schönen Flanke von Podolski und einem noch besseren anschließenden Kopfball bereits 0:1. Werder hatte daraufhin zwar viel Ballbesitz, spielte sich aber keine zwingenden Aktionen heraus. Schaaf reagierte und wechselte Bargfrede und Rosenberg bereits nach einer halben Stunde ein. Doch noch vor der Halbzeit erzielten die Kölner 0:2 und das Spiel war eigentlich verloren. Dann jedoch folgte Hälfte zwei: Nach dem Wechsel konnte Pizarro nach einer Ecke schnell auf 1:2 verkürzen und als der Schiedsrichter wenig später auf Elfmeter für Bremen und rote Karte für Sereno entschied gab es kein halten mehr. Pizza versenkte den Ball höchstpersönlich und brachte die Stimmung zurück ins Stadion. Köln stellte sich hinten rein und musste in der Schlussphase durch Verletzungen und augeschöpften Wechselkontingent sogar zu neunt spielen. In der 86. Minute erlöste uns erneut der Mann aus Peru mit seinem dritten Tor und besiegelte den 3:2 Endstand für die Bremer. Werderfans leiden zurzeit an einer erhöhten Herzinfarktgefahr - soviel steht fest.

Strecke: /
Zuschauer: 41500
Anreise: /
Tore: 0:1 Clemens (3.), 0:2 Podolski (45.), 1:2 Pizarro (49.), 2:2 Pizarro (54.), 3:2 Pizarro (86.)

25.10.11 – Arsenal - Bolton Wanderers 2:1

Das letzte Spiel meiner London-Reise führte mich ins Emirates Stadium. Arsenal spielte im Carling Cup gegen den Ligakonkurrenten Bolton Wanderers. Auch hier begrüßten wir wieder einen alt bekannten Bremer: Ivan Klasnic.

Mit 56.000 Zuschauern war das Spiel fast ausverkauft – wahrscheinlich auch weil die Kartenpreise bei ‚nur‘ £20 lagen; für die Engländer ein echtes Schnäppchen.
Das Stadion war, mit den anderen drei Stadien verglichen, das bisher Größte und Schönste meines Aufenthaltes.

Auch bei Arsenal wurden die meisten Stars geschont, erst 2 Tage vorher hatte man in der Liga gegen Stoke City gespielt und gewonnen. Für uns hieß das, dass wir Merte leider nicht spielen sehen konnten. Schade – vielleicht beim nächsten Mal.
Arsenal dominierte die Partie gleich von Beginn an, jedoch ohne eine zwingend Torchance zu erspielen. Das lag vor allem an den vielen Fehlpässen im Mittelfeld, die teilweise gefährliche Konter der Gäste aus Bolton einleiteten. Deshalb war es auch nur eine Frage der Zeit, bis die Gäste das erste Tor erzielen würden. In der 47. Minute war es dann Muamba, der den Führungstreffer markierte.
Aufgeweckt von diesem Tor übernahm Arsenal danach wieder die Partie und glich in der 53. Minute durch Arshavin aus. Nur 3 Minuten später sorgte dann Park Chu-Young für die Führung der Gunners.
Danach verwaltete Arsenal das Spiel und ließ den Gegner laufen, ehe der Schiri pünktlich abpfiff.

Letztendlich war es ein sehr gutes Spiel in einem sehr schönen Stadion, welches ich bestimmt noch öfters besuchen werde und jedem empfehlen kann, der die Möglichkeit hat, hierher zu kommen!

20.10.11 – Tottenham Hotspur – Rubin Kazan 1:0

Nach den Spielen in Luton und an der Stamford Bridge war heute die ‚White Hart Lane‘ an der Reihe. Mit der U-Bahn fuhren wir bis zur Haltestelle ‚Seven Sisters‘, von wo wir etwa 20 Minuten bis zum Stadion brauchten. Vorbei an indischen, japanischen, brasilianischen und pakistanischen Shops und Restaurants erreichten wir das Stadion dann überpünktlich.

Das Stadion ist, ähnlich wie die Stamford Bridge, von außen sehr unscheinbar, denn es ist mitten in eine Wohnsiedlung gebaut. Nichtdestotrotz ist es von innen ein sehr nettes und schönes Stadion.
Vom Papier her, war das Spiel eigentlich eine klar Angelegenheit – doch die Aufstellung überraschte ein wenig.
Außer Pavlyuchenko, Defoe und Lennon wurden die meisten Stars geschont. Auf der Gegenseite trafen wir auf einen alten Bekannten, der nun für Rubin aufläuft – Nelson Valdez, bekannt aus seinen Zeiten bei Werder.
Tottenham dominierte das Spiel von Beginn an – man hatte über die gesamte Partie nie den Eindruck, dass Rubin Kazan hier einen Punkt mitnehmen wird. Und so kam es auch. In der 33. Minute versenkte Pavlyuchenko einen Freistoß von der Strafraumgrenze im Winkel – ein klasse Tor.

Danach plätscherte das Spiel vor sich hin, ab und zu kam Rubin Kazan dann mal vor das Tor von Ersatzkeeper Gomes, der zwar ein bis zwei Unsicherheiten zeigte, sonst aber keinerlei Chancen zuließ und souverän auftrat.
Insgesamt gesehen geht der Sieg für Tottenham in Ordnung, denn Rubin erspielte sich keine echte Chance heraus und blieb ansonsten ziemlich harmlos vor dem Tor.

Das Spiel war mit 24.000 Zuschauern nur etwa zu 70% ausverkauft. Für ein Spiel in der Euro League und einem Sitzplatz in den ersten Reihen der Haupttribüne ging der Kartenpreis von £30 jedoch vollkommen in Ordnung.

18.10.11 - Luton – Wrexham 0:1

Durch meinen Freund Tim wurde ich auf den kleinen Klub ‚Luton Town‘ im Norden Londons aufmerksam gemacht. Luton spielt in der Conference-League und belegte bis dato den 3. Platz in der der Tabelle – zwei Ränge hinter Wrexham, den heutigen Gegner aus Wales. Es sprach also alles für ein echtes Spitzenspiel.

Mit dem Zug ging es dann von King’s Cross (ca. £13) in Richtung Luton, wo uns ein Freund von Tim aufsammelte und uns mitnahm. Nach ein paar Drinks ging es dann aber gleich weiter ins etwa 15 minütig entfernte „Kenilworth Road Stadium“, welches etwa 10.000 Zuschauer fasst.

Durch guten Kontakt von Tims Freund zu den lokalen Ticketdealern konnten wir uns noch für schlappe £18 zwei Karten sichern. Von außen machte das Stadion – für einen 5. Ligisten - einen netten Eindruck: zwei größere Tribünen, eine Kleinere für die Gästefans aus Wrexham, die etwa mit 200 Leuten vertreten waren und eine Tribüne komplett für die VIP-Gäste.

Um den Hunger zu stillen, vertilgten wir jeweils einen Pukka Pie. Ein kuchenartiges Etwas mit einer Füllung aus Fleisch und Soße in einer Plastikschale – ziemlich lecker, jedoch für den Neuling zieeeeemlich schwer zu essen!
Nach dem diese Hürde auch genommen war, nahmen wir unsere Plätze auf der Haupttribüne ein und verfolgten das Spiel.

Stimmungstechnisch konnte man die mitgereisten Fans aus Wrexham so gut wie gar nicht verstehen – dafür fehlte die Koordination. Anders war das bei den Fans aus Luton, die mit etwa 400 Leuten, zwar etwas leise aber doch durchgängig, supporteten und ihr Team unterstützten.

Bis zur 73. Minute tat sich nicht wirklich viel. Es war eigentlich immer dasselbe Spiele: kaum war eine Mannschaft im Ballbesitz, schon wurde der Ball nach vorne geschlagen – Kick and Rush auf höchstem Niveau ;-)
Bis dahin war die Partie ziemlich ausgeglichen, beide Mannschaften nutzten ihre wenigen Chancen aber nicht,
Nach einer Unaufmerksamkeit in der Mannschaft der „Hatters“ nutzte dann Pogba in der 73. Minute die Chance zum 0:1 und sorgt somit für den Auswärtssieg des FC Wrexham. Danach drängte Luton zwar auf das Tor, erspielte sich aber keine zwingende Gelegenheit, ein Tor zu erzielen.

Nichtdestotrotz hat sich die Fahrt auf jeden Fall gelohnt, da man einen sehr guten Einblick in den „richtigen englischen Fußball“ erhaschen konnte und man sehr herzlich aufgenommen wurde durch die lokalen Fans.

Aktuell steht Luton nur noch auf dem 7. Platz.

27.02.11 - Werder Bremen - Bayer Leverkusen 2:2

Die Derbyniederlage tat immernoch weh, doch der blick musste nach vorne gehen. Zu Gast war an diesem Sonntagabend immerhin der Tabellenzweite Leverkusen, die in dieser Saison beste Aussichten auf die Champions League haben. Wir chillten eine Weile am Osterdeich an den Fressbuden, ehe wir ins Stadion gingen und in den Nordtürmen noch mehr aßen und uns auf dem Fernseher reinzogen was die Stuttgarter in Frankfurt machten. Wenn man den Gesprächen so lauschte, herrschte im allgemeinen wenig Hoffnung, dass wir gegen die starke Bayerelf an diesem Tag was holen konnten. Auch die Aufstellung änderte daran nicht viel: Mit Wagner, Borowski und Trinks - ohne den gesperrten Fring und ohne Arnautovic, Marin und Hunt, die allesamt auf die Bank verfrachtet wurden. Das konnte ja was werden. Aber auch auf der Seite des Gegners gab es Überraschungen: So saßen die beiden Topspieler Kießling und Ballack zunächst nur auf der Bank. Zum Einlauf gab es einen sehr geilen Konfettihagel und im allgemeinen war die Ostkurve (auch durch den Oberrang) unnatürlich laut. Werder trug seinen Teil dazu bei und spielte gut mit - kämpfte. Doch wie es in dieser Saison leider schon so oft vorkam, bekamen wir kurz vor der Pause das 0:1, es herrschte Totenstille. Nach der Pause das selbe Bild: Werder wollte, Leverkusen traf. 0:2. Die Hoffnungen waren spätestens jetzt begraben. Schaaf brachte die drei Edelreservisten, was dem Spiel sichtlich guttat: Nach schöner Flanke haute sich der eingewechselte Kießling das Ding kurzerhand selbst in die Maschen. Und als es wirklich niemand mehr glauben wollte flankte Hunt in der Nachspielzeit auf den freistehenden Prödl - 2:2. Die Kurve rastete aus. Wie schon gegen Hoffenheim und in Mainz schossen wir in letzter Sekunde das Tor. Es war ein gefühlter Sieg - auch wenn die Stuttgarter durch ihren Sieg erneut näher an uns herangerückt sind, für die Moral war dieser Punkt Gold wert. Auf der Rückfahrt lallte uns der Busfahrer noch die Haltestelle ins Mikrofon, woraufhin er nur ein lautes "Prost" als Antwort bekam. Leider gab er keinen mehr aus, weswegen wir uns gut gelaut nach Hause begaben.

Strecke:/
Tore: 0:1 Derdiyok (42.), 0:2 Rolfes (67.), 1:2 Kießling ET (82.), 2:2 Prödl (91.)

19.02.11 - H*mburger Drecksverein - Werder Bremen 4:0

Kurz war die Nacht gewesen. Mit drei bis vier Stunden Schlaf sollte es aber in den Derbytag gehen, welcher diese Saison eine noch wichtigere Bedeutung als sowieso schon hatte. Angesicht unserer sehr bedrohlichen sportlichen Lage waren drei Punkte absolut Pflicht, doch die H?Ver hatten wenigen Tage zuvor das Stadtderby gegen die Braunen verloren und waren damit ebenfalls im Zugzwang ihren Fans gegenüber. Mit dem Bus ging es also die A1 hoch, die glücklicherweise in ihrem Umbau schon soweit fortgeschritten ist, dass es ohne Stau in die hässlichste Stadt der Welt ging. Wir verschönerten den Volkspark mit Aufklebern und begaben uns bereits relativ früh ins Stadion, da wir noch Sitzplätze gegen Steher tauschten mussten und darauf in letzter Zeit von Seiten der Ordner viel geachtet wird. Aber es klappte alles ohne Probleme. Das Spiel konnte also losgehen: Unser Team spielte wir immer gut mit, lies aber den letzten Willen vermissen das Spiel gewinnen zu wollen. Konbinationen und Torschüsse suchte man vergebens und noch vor der Halbzeit hieß es 1:0 Inzestcity. Was sich in der zweiten Halbzeit abspielte will ich nicht näher erläutern. Wir verloren das Ding am Ende mit 4:0. Es war die schlimmste Derbyniederlage, die ich je erlebt habe. Es war einer dieser Momente in denen man sich selbst als Fan hinterfragt, warum man eigentlich immer wieder seinen Samstag opfert um sich dann sowas anzuschauen. Der Gedanke war selbstverständlich nach zehn minütiger Enttäuchung wieder verflogen, doch er tat weh. Ums Stadion herum blieb es erstaunlich ruhig, obwohl die Blau-Weiß-Schwarzen natürlich ordentlich pöbelten. Aber der 10 Millionen teure neue Wasserwerfer (Mal ehrlich, baut lieber Schulen irgendwohin als so einen Dreck zu kaufen) schreckte wohl einige Leute ab. Die Rückfahrt war okay, die Stimmung dementsprechend bedrückt. Am Stadion gab es eine Blockade als der Spielerbus eintraf, an der ich mich nicht beteiligte. Ich hoffe einfach, dass der Mannschaft klar wird, worum es geht. Um den verdammten Abstieg.

Strecke: 240 km (hin und zurück)
Zuschauer: 54121
Anreise: Bus
Tore: 1:0 Petric (42.), 2:0 Guerrero (63.), 3:0 Guerrero (74.), 4:0 Ben-Hatira (87.)

13.02.11 - Werder Bremen - Hannover 96 1:1

Nach dem Last-Minute Punkt in Mainz, stand als nächstes ein Heimspiel auf dem Plan und es sollte zum kleinen Nordderby gegen Hannover 96 kommen. Im Normalfall war das in den letzten Jahren immer ein sicherer Sieg für unser Team, doch leider war diese Saison alles andere als normal. Im Hinspiel waren wir vollkommen untergegangen und die Niedersachsen spielten ohnehin eine sehr ordentliche Saison und reisten als Vierter an die Weser. Am Stadion war wieder sehr viel Polizeiaufkommen aufgefahren worden, inklusive Pferdestaffel und Hundeführer - Derby eben. Aber soweit ich das überblicken konnte, blieb um das Stadion herum ruhig. Im neu eröffneten Ostkurvensaal sicherte ich mir den Derbysiegerschal von WB und hinein ging es ins Stadion. Hannover hatte wie gewohnt einen sehr großen und lauten Schwung mitgebracht, doch auch auf unserer Seite war die Stimmung dank des Oberrangs eines Derby würdig. Unser Team spielte endlich mal wieder guten Fussball, schaffte es jedoch erneut nicht das Tor zu treffen, was Hannover uns mit einem einzigen Angriff dann wurderbar vormachte: 0:1. Pyro auf der Gegenseite, schön anzusehen war es ja. Kurz nach der Pause ließ Merte uns dann nochmal hoffen, indem er den Ausgleich köpfte, doch für den Sieg sollte es nicht mehr reichen. Nach dem Spiel dann Tumulte auf dem Rasen. Mittendrin Allofs und Schaaf - Marin war nach Abpfiff noch gefoult worden. Es gab die gelbe Karte und die Gemüter beruhigten sich. Nächste Woche geht es nach Hamburg, lasst uns alle beten, dass es auch ohne den verletzten Pizarro endlich mal wieder zu drei Punkten reicht. Es wäre der perfekte Zeitpunkt für die Wende.

Strecke: /
Zuschauer: 39500
Anreise: /
Tore: 0:1 Ya Konan (26.), 1:1 Mertesacker (50.)

05.02.11 - FSV Mainz 05 - Werder Bremen 1:1

Viel Schlaf war es nicht, was dort am Samstagmorgen hinter mir lag, als das Auto vor der Tür stand, um uns zum Bus zu fahren. Doch das Bier fing schon wieder an zu schmecken und so wurde erstmal derbe in der letzten Busreihe gechillt. Die lange Fahrt nach Mainz wurden mit Apps wie "Monopoly" oder "Jenga" totgeschlagen, die Raststätten wurden zugeklebt und so einige Flaschen Bier getötet. In Mainz parkten wir dann auf dem etwas abseits gelegenen Busparkplatz und machten uns auf, um den Fußmarsch zu bewältigen. Vorbei am SWR und der Uniklinik kamen wir dann auch endlich an, doch weiter zum Edeka um noch ein Bier zu trinken, durften wir nicht, da eine Polizeikette den Weg versperrte. Vollkommen willürlich ließ diese Kette Fans von beiden Lagern durch, oder eben nicht. Wer gefährlich aussah, blieb draußen. Super Argumentation. Hinzu kam, dass es am Stadion keinerlei Möglichkeiten gab, Rucksäcke oder eben Doppelhalter abzugeben, die nicht mit rein genommen durften. Doch einige freundlichen Gesetzeshüter konnten doch noch gefunden werden, die das Material mit zum Busparkplatz zurück nahm. Wir verbrachten noch einige Zeit vorm Stadion, ehe wir dann letztlich den Weg in den Block antraten, welcher an diesem Tage wirklich sehr überfüllt war. Am Akzent konnte man hören, dass auch viele Anhänger aus Süddeutschland gekommen waren. Vorm Stadion gab es auch einen Zettelverteiler, der einen Werderfanclub in Mainz gründen möchte, nungut. Das Spiel fing an. Im Kasten vertrat Mielitz den gesperrten Wiese und machte seine Sache mehr als ordentlich. Nach rund zwanzig Minuten gab es eine Pyroaktion auf unserer Seite, was dem Support gut tat. Doch leider bekamen wir wenige Sekunden später das Gegentor. Werder kämpfte zwar, doch Mainz war die klar bessere Mannschaft und spielte sich viele Chancen heraus. Das Spiel war in unseren Köpfen schon verloren, als Pizarro in der letzten Sekunde noch den Ausgleich schoss. Die Kurve rastete aus, so gewaltig wie schon gegen Hoffenheim. Der Schiedsrichter pfiff nichtmal mehr wieder an. Die Mannschaft warf fast geschlossen ihre Trikots in die Kurve und bedankte sich angemessen für den Support und die lange Reise. Die Mainzer präsentierten noch ein Spruchband mit der Aufschrift "So wird Pyro nie erlaubt", was aber (anders als von der Presse später dargestellt) an die Aktion gegen Kaiserslautern vor einer Woche angelegt war. Doch in unserem Zusammenhang passte das für die Medien natürlich besser. Auf der Rückfahrt wurde über die Bayern gelacht, die noch gegen die Kölner nach einer 2:0 Führung verloren hatten, doch eigentlich war dies schlecht für uns, ist doch im Tabellenkeller somit alles noch enger zusammengerückt. Es Stehen zwei Derbys an, wir brauchen sechs Punkte. Come on you boys in green!

Strecke: 940 km (hin und zurück)
Zuschauer: 20000
Anreise: Bus
Tore: 1:0 Schürrle (19.), 1:1 Pizarro (92.)

29.01.11 - Werder Bremen - Bayern München 1:3

Im Werderforum hatte sich ein junger Mann eine Aktion ausgedacht, die es sogar bis zu den Radiosendern schaffte: Der Mannschaftsbus sollte von einer tosenden und applaudierenden Menge am Stadion empfangen werden. Nach der Suche nach einer Karte schauten wir uns das Schauspiel an und hatten nur einen Gedanken dabei: Das ist das letzte Aufrappeln der Werderfans, noch so eine Leistung wie gegen Köln und die Stimmung könnte kippen. Im Stadion konnten wir keine relevanten Veränderungen am Umbau erkennen, doch immerhin war der Ost-Oberrang wieder geöffnet. Anfängliche Zweifel an die Mannschaft wurden vom Team bereits in der ersten Minute mit einer guten Chance erstickt: Das Team wollte. Und wir wollten es auch, mussten uns jedoch bis kurz nach der Pause zurückhalten, ehe Merte das ersehnte und ach so wichtige 1:0 schoss. Werder kämpfte endlich wieder und war für den Nebenmann da, doch als Robben den Ausgleich schoss und Mertesacker sehr unglücklich die Kugel ins eigene Netz beförderte, war die Enttäuschung um so größer. Die Demütigung hätte nicht schlimmer kommen können, als der ausgepfiffene Klo$e das 1:3 erzielte. Doch ein weinig schlimmer kam es dann doch noch: Völlig übermotiviert fegt Wiese Müller von den Beinen: Rote Karte. Ich weiß bis heute nicht, wieso man ihn dafür so abgefeiert hat. Das Anfangsspruchband der Ostkurve spricht es aus, wovor alle Angst haben: "Montags 20.15 - Ingolstadt, Paderborn, Fürth?"

Strecke: /
Zuschauer: 40500
Anreise: /
Tore: 1:0 Mertesacker (47.), 1:1 Robben (65.), 1:2 Eigentor (76.), 1:3 Klose (86.)

22.01.11 - 1. FC Köln - Werder Bremen 3:0

Nach dem furiosen Last-Minute-Sieg gegen die Hoffenheimer Milliadäre stand der Aufholjagd nichts mehr im Wege, denn der nächste Auswärtsgegner hieß Köln. Seit Jahren ein Punktelieferant, waren doch die Kölner eine der wenigen Mannschaften, gegen die wir in der Hirunde wirklich gut gespielt und klar gewonnen hatten. Mit unserem eigenen Bus, welcher leider nicht ganz voll wurde, ging es also die gwohnte Strecke auf der A1 runter. Viele Raststätten wurden angefahren, doch wir hatten ordentlich Zeit eingepackt und kamen zu einer guten Zeit an. Auf das Kölsch wurde dankend verzichtet (schmeckt echt nicht) und am Einlass wurde der Pyro-Hund bestaunt und - natürlich ordentlich durchgeknuddelt. So gefährlich sind die gar nicht, diese Polizeihunde. Na ja und scheinbar auch nicht so gut ausgebildet, dess es schaffte dann doch ein ganzer Haufen Material mit in den Block. Der Support war nicht wirklich gut, doch das lag auch mal wieder an der Leistung der Mannschaft auf dem Rasen: Die motivierten und abstiegskampferfahrenen Kölner kämpften von Anfang an und gingen nach sieben Minuten in Führung. Fassungslosigkeit machte sich abermals im Block breit. Doch anstatt den Arsch hoch zu bekommen kassierten wir noch vor der Pause das 2:0 und dann kurz vor Schluss den Todesstoß. Keiner der Spieler traute sich zum Block. Die Rückfahrt gestaltete sich dementsprechend, einige fanden sie sogar "zum kotzen" ;) Drei Punkte? Nächste Woche...


Strecke: 628 km
Zuschauer: 45100
Anreise: Bus
Tore: 1:0 Podolski (7.), 2:0 Matuschyk (33.), 3:0 Podolski (84.)

15.01.11 - Werder Bremen - TSG Hoffenheim 2:1

Das Trainingslager der grün-weißen war eine einzige Katastrophe gewesen, denn es wurde gegen türkische Mittelmaßmannschaften und gegen den MSV Duisburg verloren. Ohne viel Selbstbewusstsein ging es demnach in die Partie gegen das Lieblingsspielzeug vom Milliardären Hopp. Immernoch ohne Naldo, der wohl die ganze Saison nicht mehr spielen kann ging es in die Partie und es lief besser als die Spiele davor. Es wurde kombiniert, gelaufen und nicht zu viel getrickst. Noch vor der Pause ließ der Rückkehrer Pizarro uns jubeln. Und das Spiel plätscherte dahin und der ersehnte Abpfiff kam immer näher, doch dann der Rückschlag: 1:1. Kurz vor Schluss. Es war zum Haare raufen. Im letzten Angriff bekamen wir dann noch einen Freistoß, der Neuzugang Avdic wurde eingewechselt, ein großer Mann für eine eventuelle Flanke. Doch die Flanke blieb aus, stattdessen drosch Frings das leder humorlos mit dem Vollspann in die Maschen. Die Ostkurve drehte durch, wie es schon lange nicht mehr geschehen war. Ein wahnsinnig befreiendes Gefühl machte sich breit. Ein geiler Moment.

Strecke: /
Zuschauer: 37274
Anreise: /
Tore: 1:o Pizarro (36.), 1:1 Vukcevic (87.), 2:1 Frings (92.)