Der - Zitat KiNG: "Schlimmste Tag meines Lebens" - begann viel zu früh um 7:00 am Nikolausmorgen. Schnell im "Sexy X-Mas" Weihnachtskalender die 6 geplündert (zwei Brüste - überraschend) und ab ging es in gepflegten Jogginghosenlook im ströhmenden Regen zum Bahnhof Mahndorf. Angekommen in unserer verregneten Innenstadt begrüßten wir unseren bunt gemischten Bus, von dem man so gut wie alle Gesichter kannte. Das erste Bier wurde geköpft und die Welt war noch in Ordnung. Der erste Pfandsammler mit seinem ausgebildeten Flaschen-Such-Hund Ernie beglückte uns schon nach fünf Minuten Wartezeit, um dann zum nächsten Einsatzort zu sprinten. Der Bus ließ etwas auf sich warten - als dieser sich dann auch noch als babyblauer Jam!-Reisebus herraustellte, war unser Traum vom gefürchteten Hoolbus dahin. Wir sicherten uns schnell den noblen 4er mit Tisch und die Welt war immernoch in Ordnung. Mit gepflegtem 90er Technotrash ging die Reise los in den Pott. Leider machten wir viel zu viele/lange Pausen weswegen wir einige Zeit verloren. Gut - das Konsumieren von, natürlich, legalen Drogen (na ja zumindest in dem Land mit den orangen Trikots) braucht eben seine Zeit. Die Luft im Bus hatte dann irgendwann eine Mischung aus Alkohol, Jamaikanischen Nutzpflanzen, großem Geschäft und Käsefuß angenommen - doch die Stimmung blieb gut ("Mayday"). Bis, ja bis unser lieber Busfahrer Wolfgang uns erst eine gratis Stadtrundfahrt durch Leverkusen anbot und uns anschließend noch durch sämtliche Stadtteile Kölns fuhr. Sein Navi aus der Vorkriegszeig wollte einen Stadionbesuch mit aller Kraft verhindern und der Hinterbus skandierte "Hängt den Wolle auf". Zu allem Überfluss kamen wir dann noch eine halbe Stunde vor Anpfiff ist einen üblen Stau, sodass der Mob sich entschied den restlichen Weg über die Autobahn zu Fuß zurückzulegen. Nach 100 Metern war der Bus dann jedoch genau so schnell unterwegs wie wir zu Fuß und da die Autobahn noch geschätze 5 km weiterging ("Das Stadion ist hier genau hinter dem Deich, ich weiß das") stiegen wir wieder in den Bus. Sinnloser aber verdammt cooler Ausflug an die frische Luft. Es verging noch eine einige Zeit, bis wir dann endlich am Stadion aussteigen konnten. KiNG zerstörte sein Handy kurzerhand mutwillig an einem Pfeiler, was sein Anfangszitat nicht gerade mindern sollten. Das Spiel lief bereits sieben Minuten (interessant wieviele Kölner trotzdem noch draußen herum liefen) als wir in den völlig überfüllten Block kamen.

Leider mussten wir die erste Halbzeit im Gang verbringen, in welchem man erstens schlecht sieht und zweitens alle zwei Minuten Leute mit Bratwurst ihren Senf auf unseren Jacken verteilten. Dann konnten wir uns aber endlich dem Spiel witmen und - was soll ich sagen - es war beschissen. Beide Mannschaften schienen nichts auf die Reihe zu kriegen. Bei uns fehlten Wiese, Özil und Pizarro, was man dem Spiel auch wirklich anmerkte. Marin wurde geschätzte 4 Millionen mal gefoult und Köln konnte beste Chancen nicht nutzen. Eigentlich waren das alle wichtigen Informationen zu dem Spiel, welches natürlich 0-0 zuende ging. Die Stimmung passte sich dem Spiel an und war wirklich mit das schelchteste, was man in den letzten Auswärtsspielen so ertragen musste. Ausm Stadion raus ging es in den strömenden Regen und unser Kollege M. nutzte die Gelegenheit um sich auf der schwimmenden Wiese vorm Stadion die größte Pfütze auszusuchen und diese mit vollen Körpereinsatz auf ihre Wassertiefe zu untersuchen. Überraschend schnell fand unsere Truppe den Bus, der aber noch eine ganze Weile im Stau stand, ehe wir endlich die Heimreise antreten konnten. Auf der nächsten Burger King - Raststätte mussten wir geschlagene 30 Minuten auf unser Essen warten, weil die körperlich, seelisch und moralisch überforderten Mitarbeiter lieber Tabletts mit Papier auslegten, als die 30 Leute zu bedienen, die da rumstanden. "Beweg deinen fetten Arsch" war da noch die netteste Aufforderung, endlich unseren Hunger zu stillen. Na ja die Burger konnten uns zumindest für eine Weile fröhlich stimmen und die restliche Busfahrt verkürzen, welche mit chillen, Musik hören, sinnlosen Gesprächen und Fussball-Fachsimpelei überbrückt wurde. Zurück in Bremen fuhr entgegen unserer schlimmsten Befürchtungen doch noch ein Zug in unser Kaff. Zuhause schnell geduscht und auf die Frühschicht gefreut. Was für ein Tag - aber verdammt lustig wars trotzdem.
Strecke: 628,92 (km hin und zurück)
Zuschauer: 50000
Anreise: Bus
Tore: als ob!
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