19.12.10 - Amateur Hallenturnier

Ich habe keine Lust meine eigenen Eindrücke zu schildern, deswegen poste ich hier einfach die offizielle Stellungnahme der Ultragruppen:

Wie bereits in den Jahren zuvor waren auch in diesem Jahr wieder mehrere hundert Ultras zur Unterstützung des SV Werder Bremen in die Bremer Stadthalle gekommen. Ein großer Teil der Fanszene des SV Werder bzw. der an diesem Tag anwesenden Personen ist seit mehreren Jahren für sein soziales und antirassistisches Engagement bekannt. Zu nennen sei an dieser Stelle beispielhaft die Tätigkeit der “Antidiskriminierungs-AG”, die neben weiteren Auszeichnungen mit dem Julius-Hirsch-Preis für ihre Aktivitäten geehrt wurde.

Das Turnier wurde in diesem Jahr ebenfalls von einer Gruppe rund um die „Farge Ultras“ besucht. Diese Gruppe unterstützt die Mannschaft des TSV Farge-Rekum, welche allerdings nicht bei diesem Turnier vertreten war. Bereits in der Vergangenheit gab es Bedrohungen seitens dieser Gruppe auf junge, antifaschistische Ultras des SV Werder. Die “Farge Ultras” stehen ebenfalls in Kontakt mit der Hooligan-Gruppierung „Nordsturm Brema” (NSHB), deren Mitglieder unter anderem an einem politisch motivierten Überfall auf Gäste einer Feier von antirassistischen Ultras im Ostkurvensaal (20.01.2007) beteiligt waren.

An diesem Tag fiel die Gruppe um die “Farge Ultras” vorerst nur durch das Tragen der Marke „Thor Steinar“ auf, welche aus neonazistischen Kreisen stammt und diese wiederum durch die erzielten Gewinne fördert. Im weiteren Verlauf brüllten sie rechte Parolen, z.B. „Hasta la vista, Antifascista“.

Im Rahmen des zweiten Spiels der Mannschaft des SV Werder begab sich die Gruppe um die “Farge Ultras” in die Nähe des Blocks, in dem sich die Fanszene des SV Werder gesammelt hatte. Es kam zu ersten verbalen Entgleisungen und Becher-Würfen in Richtung des Fanblocks. Unmittelbar darauf folgte der erste körperliche Übergriff von Seiten der Neonazis, woraufhin die Fanszene sich wehrte und versuchte, die Angreifenden zurückzudrängen. Zu diesem Zeitpunkt trafen auch einige Ordner_innen der Firma „Elko & Werder-Security“ in dem Bereich ein, nach eigener Aussage um “zu schlichten”. Diese Intention war zumindest nicht bei allen Ordner_innen erkennbar. Vielmehr wurde durch die Aussage eines Ordners, dass “es heute auf’s Maul gibt, ihr Antifa-Fotzen” deutlich, auf welcher Seite ein Teil des Ordnungsdienstes an diesem Tage stand. Auffällig auch, dass Teile des Ordnungsdienstes ebenfalls Kleidung von “Thor Steinar” trug (was übrigens bei ihrer Arbeit im Weser-Stadion nicht möglich wäre, da das Tragen der Marke dort verboten ist). Es kam im Verlauf des Tumults zu einem massiven Einsatz von Pfefferspray seitens des Sicherheitspersonals, woraufhin eine Person der Werder-Fans zusammenbrach und behandelt werden musste.

Als sich die Situation beruhigt hatte und offensichtlich wurde, dass die Gruppe der Neonazis um die “Farge Ultras” weiterhin unbehelligt das Turnier gucken darf, entschied sich die Bremer Fanszene dafür, geschlossen das Turnier zu verlassen, um diesen Vorfall nicht reaktionslos und unkommentiert stehen zu lassen.

Aus der sich weiterhin in der Halle befindlichen Gruppe Neonazis kam es im weiteren Verlauf des Turniers zum Wurf eines Bechers auf das Spielfeld, woraufhin ein Spieler die Gruppe aufforderte, dies zu unterlassen. Als Reaktion darauf stürmten vier Personen dieser Gruppe in Richtung des Spielfelds und beschimpften den Spieler. Der Trainer der Mannschaft des SV Werder wies daraufhin die sich in der Nähe befindenden Ordner an, die Personen aus dem Umfeld der Trainerbank zu beten. Statt dem Folge zu leisten, unterhielten und scherzten die Ordner mit den Neonazis und schüttelten ihnen zum Abschied die Hände. Ein weiteres Zeichen, dass sich ein Teil des Ordnungsdienstes an diesem Tag solidarisch mit der angreifenden Gruppe von Neonazis zeigte.

Wir positionieren uns eindeutig und vehement gegen das Auftreten der Neonazis. Wir rufen alle Vereine und Veranstalter_innen dazu auf, ein deutliches Zeichen zu setzen und Neonazis nicht zu ihren Veranstaltungen zuzulassen. Wir fordern Sicherheits- und Securitydienste dazu auf, rechtsoffene Tendenzen nicht zu dulden, sowie ihre Mitarbeiter_innen entsprechend auszuwählen und fortzubilden. Zudem fordern wir direkte Konsequenzen in Bezug auf die Personen, welche offensichtlich mit den Neonazis befreundet sind und/oder sich solidarisch mit ihnen zeigen. Des Weiteren fordern wir Polizei, Ordnungsdienst und Medien dazu auf, den Vorfall nicht als “Auseinandersetzung zwischen Fans” herunterzuspielen, sondern die Geschehnisse als das zu behandeln, was sie sind: Ein politisch motivierter Angriff von Neonazis.

Kein Fußball den Faschist_innen!

Wanderers Bremen, UltrA-Team Bremen, Infamous Youth, Racaille Verte

18.12.10 - Werder Bremen - Kaiserslautern 1:2

Da war es: Das letzte Saisonspiel unserer Profis in diesem Jahr. Die verkorkste Saison, die uns mitten in den Abstiegskampf geführt hatte, schickte uns zum Jahrsabschluss den 1. FC Kaiserslautern an die Weser - ein Pflichtsieg - keine Frage. Doch die Mannschaft sah das erneut anders. Ohne Kampf, ohne Willen und ohne Einsatz spielte Werder. Das 0:1 nach 25 Sekunden konnten wir durch einen Elfmeter zwar noch ausgleichen, doch Lakic traf zum erneuten Rückstand, sogar als Kaiserslautern nur noch zu zehnt spielte, zeigte sich bei den Bremern keine Besserung, doch der eingewechselte Wagner schoss den Vogel ab: Für Pasanen eingewechselt, holte er sich zwei gelbe Karten wegen Meckern vom Schiedsrichter ab, flog damit vom Platz und hatte zuvor beste Gelegenheiten ausgelassen. Willkommen im Abstiegskampf, SV Werder.

Strecke: /
Zuschauer: 36000
Anreise: /
Tore: 0:1 Lakic (1.), 1:1 Hunt (34.), 1:2 Lakic (56.)

11.12.10 - Borussia Dortmund - Werder Bremen 2:0

Als letzte Auswärtstour im Jahr 2010 solltes es für uns zum Tabellenführer aus Dortmund gehen. Die Borussen spielten zu diesem Zeitpunkt Fussball von einem anderen Stern und deshalb ging es für uns ohne viele Erwartungen mit dem eigenen Bus in Richtung Pott. Im Bus wurde bereits gescherzt, man solle das Stadion so schnell wie möglich fotografieren, damit man noch die 0 auf der Anzeigentafel bei den Borusen mit drauf bekommt. Nun ja, es war was Wahres dran, denn nach nicht einmal 10 Minuten lagen wir abermals zurück. Zuvor hatten wir noch versucht die Spieler mit einer sehr schönen Choreo anzuheizen - scheinbar ohne Erfolg.Das Spiel war erneut sehr schwach von unserem Team und wir kassierten in der zweiten Halbzeit noch das 2:0, was alle Hoffnungen begrub. Gülden wird unsere Zukunft sein? Diese Saison leider nicht mehr.

Strecke: 398, 34 km
Zuschauer: 80720
Anreise: Bus
Tore: 1:0 Sahin (9.), 2:0 Kagawa (70.)

07.12.10 - Werder Bremen - Inter Mailand 3:0

Das war es also: Das letzte Spiel unserer Mannschaft in der Champions League auf unbestimme Zeit. Augrund von schwachen Auftritten in der Königsklasse, war ein Weiterkommen für uns leider nicht mehr möglich und sogar die Europa League war aufgrund des direkten Vergleichs mit Twente nicht mehr zu erreichen. Dennoch stand eben dieses eine Spiel gegen den Titelverteidiger an und es sollte für jeden Fan eine Ehrensache zu sein, in so einem Spiel ebenfalls den Weg zum Osterdeich anzutreten. Mit ordentlich Pyro und viel Glühwein stimmten wir uns auf diesen letzten europäischen Abend ein und tranken noch einige Biere in unserer Stammkneipe, ehe es zum Stadion ging. Inter hatte erwartungsgemäß nur die ganz harten Fans dabei, ansonsten war das Stadion jedoch relativ gut gefüllt. In der Startaufstellung der Mailänder suchte man einige Namen vergeblich, es war offensichtlich, dass Inter dieses Spiel nicht wirlich ernst nahm, obwohl es für sie noch um den Gruppensieg und den vermeindlich leichteren Gegner im Achtelfinale ging. Doch Werder bestimmte das Spiel und ging noch vor der Pause durch unseren Ösi Nummer eins in Führung. In der Halbzeit verließen einige Leute von uns bereits das Stadion um "einen saufen" zu gehen. Die Aktion fand ich nicht wirklich lustig, man sollte man sich mal hinterfragen wozu der Stadionbesuch eigentlich dient. Nach der Pause brach Werder ausnahmsweise nicht ein und Ösi Nummer zwei Arnautovic beendete seine Torflaute, ehe Pizarro mit seinem Tor alles klar machte und uns die Siegprämie von 800.000 € sicherte. Ich bin gespannt wielange wir die Champions League Hymne nun nichtmehr im Stadion hören werden . . .

Strecke: /
Zuschauer: 30600
Anreise: /
Tore: 1:0 Prödl (39.), 2:0 Arnautovic (49.), 3:0 Pizarro (88.)

04.12.10 - VfL Wolfsburg - Werder Bremen 0:0

Nach dem Befreiungsschlag gegen die braunen Hamburger wollten wir nun auch endlich den Bann der Auswärtsniederlagen brechen. Die Wolfsburger, welche sich genau wie wir sehr viel mehr von der Saison versprochen hatten, sollten an diesem Tage unsere Gegner sein. Am verschneiten Weserstadion warteten wir also einmal mehr auf den Bus, als ein spärlich bekleideter "Stubu-Gänger" uns mit seinem Outfit und "Ich will nach Hause - Gesichtsausdruck" kurz sehr erheiterte. Die Fahrt war angenehm kurz, süffig und problemlos. Am Stadion waren wir jedoch etwas zu früh, doch der legendäre Hamburgerstand konnte die Zeit gut überbrücken. Auf der Tribüne nahm ich dann seit langer Zeit mal wieder bei den RV- Leuten meinen Platz ein. Zwar war die Sicht extrem eingeschränkt, aber das Feeling ist dann doch einfach noch mal was anderes. Das Spiel war lange Zeit ein ziemlich ödes Gekicke, beide Seiten hatten Chancen, scheiterten jedoch ziemlich kläglich an den jeweiligen Torhütern. Diego wurde ausgepfiffen, konnte mich aber nicht wirklich entscheiden ob zu recht oder nicht. In der Pause gab dann ein Trommelsolo zum ausrasten - da wurden die eingefrorenen Beine doch glatt wieder munter. In der zweiten Halbzeit passierte dann mehr: Frings scheiterte per Elfmeter an Benaglio - Dzeko setzte noch einen drauf und schoss den Wolfsburger Strafstoß in den Autostadt-Nachthimmel. Kurz vor Schluss vergaben wir noch eine Großchance, ehe abgepfiffen wurde. Immerhin wieder kein Tor kassiert und einigermaßen gut gespielt, in der Tabelle hilft uns das Ganze jedoch nicht so wirklich weiter. Auf der Rückfahrt wurde, so blöd es sich auch anhören mag, das Wort "Asche" in alle möglichen Lieder eingebaut und dies zwei Stunden lang duchgezogen. Fragt mich nicht wie krank man sein muss, um auf sowas zu kommen. An der Raststätte wurde noch ein Sicherheitshütchen geklaut, auf dem alle unterschrieben. Ein schönes Andenken an eine sehr geile Fahrt ;)

Strecke: 402,36 (hin und zurück)
Zuschauer: 30000
Anreise: Bus
Tore: ähm, nö.