Viel Schlaf war es nicht, was dort am Samstagmorgen hinter mir lag, als das Auto vor der Tür stand, um uns zum Bus zu fahren. Doch das Bier fing schon wieder an zu schmecken und so wurde erstmal derbe in der letzten Busreihe gechillt. Die lange Fahrt nach Mainz wurden mit Apps wie "Monopoly" oder "Jenga" totgeschlagen, die Raststätten wurden zugeklebt und so einige Flaschen Bier getötet. In Mainz parkten wir dann auf dem etwas abseits gelegenen Busparkplatz und machten uns auf, um den Fußmarsch zu bewältigen. Vorbei am SWR und der Uniklinik kamen wir dann auch endlich an, doch weiter zum Edeka um noch ein Bier zu trinken, durften wir nicht, da eine Polizeikette den Weg versperrte. Vollkommen willürlich ließ diese Kette Fans von beiden Lagern durch, oder eben nicht. Wer gefährlich aussah, blieb draußen. Super Argumentation. Hinzu kam, dass es am Stadion keinerlei Möglichkeiten gab, Rucksäcke oder eben Doppelhalter abzugeben, die nicht mit rein genommen durften. Doch einige freundlichen Gesetzeshüter konnten doch noch gefunden werden, die das Material mit zum Busparkplatz zurück nahm. Wir verbrachten noch einige Zeit vorm Stadion, ehe wir dann letztlich den Weg in den Block antraten, welcher an diesem Tage wirklich sehr überfüllt war.

Am Akzent konnte man hören, dass auch viele Anhänger aus Süddeutschland gekommen waren. Vorm Stadion gab es auch einen Zettelverteiler, der einen Werderfanclub in Mainz gründen möchte, nungut. Das Spiel fing an. Im Kasten vertrat Mielitz den gesperrten Wiese und machte seine Sache mehr als ordentlich. Nach rund zwanzig Minuten gab es eine Pyroaktion auf unserer Seite, was dem Support gut tat. Doch leider bekamen wir wenige Sekunden später das Gegentor. Werder kämpfte zwar, doch Mainz war die klar bessere Mannschaft und spielte sich viele Chancen heraus. Das Spiel war in unseren Köpfen schon verloren, als Pizarro in der letzten Sekunde noch den Ausgleich schoss. Die Kurve rastete aus, so gewaltig wie schon gegen Hoffenheim. Der Schiedsrichter pfiff nichtmal mehr wieder an. Die Mannschaft warf fast geschlossen ihre Trikots in die Kurve und bedankte sich angemessen für den Support und die lange Reise. Die Mainzer präsentierten noch ein Spruchband mit der Aufschrift "So wird Pyro nie erlaubt", was aber (anders als von der Presse später dargestellt) an die Aktion gegen Kaiserslautern vor einer Woche angelegt war. Doch in unserem Zusammenhang passte das für die Medien natürlich besser. Auf der Rückfahrt wurde über die Bayern gelacht, die noch gegen die Kölner nach einer 2:0 Führung verloren hatten, doch eigentlich war dies schlecht für uns, ist doch im Tabellenkeller somit alles noch enger zusammengerückt. Es Stehen zwei Derbys an, wir brauchen sechs Punkte. Come on you boys in green!
Strecke: 940 km (hin und zurück)
Zuschauer: 20000
Anreise: Bus
Tore: 1:0 Schürrle (19.), 1:1 Pizarro (92.)
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