Je höher die Sonne stieg (im Pott konnten wir sogar gute zehn Minuten bei totalem Sonnenschein unsere Bräune aufbesern), desto mehr Alkohol floss und die Vorfreude stieg. Mit der Wärme war es dann wenig später allerdings wieder vorbei und wir fuhren wieder durch Winterlandschaften. Die Bierkisten erinnerten uns sehr an das Spiel "Jenga!" (Jeder packt seine leere Bierflasche irgendwie in die Kiste und derjenige, bei dem alles runterfällt, muss alles aufräumen) und die Musik reichte von Mickie Krause bis zu den Hosen. Angekommen in Frankfurt gönnten wir uns zunächst eine schöne Currywurst außerhalb des Stadiongeländes und ärgerten uns dann furchtbar über das sehr nervige Karten-Zahlsystem der Arena, was eine einzige Abzocke ist, da nach dem Spiel plötzlich niemand mehr den Restbetrag der Karte auszahlen kann und die paar Euros dann einfach weg sind. Pro Bargeld! Die Zeit bis zum Anpfiff verging aufgrund von klirrender Kälte sehr schleppend, doch als die Mannschaft dann den Rasen betrat war alles vergessen. Der Support auf unserer Seite war wieder einmal quasi nicht vorhanden. Aber auch Frankfurt war zu Beginn der Partie erstaunlich leise.
Das Spiel erwies sich dann als ziemlich langweilig: Kaum Torszenen, Frankfurt stand hinten drin - wir bekamen nichts gebacken. Der neue Linksverteidiger Abdennour konnte nicht wirklich durch Ballsicherheit überzeugen und überhaupt spielte unser Team sehr nachlässig. Zur Pause also 0:0. Als Pausenunterhaltung mussten dann wieder Fans den Ball von der Mittellinie direkt ins Tor schießen, was dieses Mal sogar einmal gelang. Witzig: Bei uns gibt es für dieses Kunststück 100.000 € - in Frankfurt gerade einmal 1000. Es lohnt sich eben in vielen Dingen ein Bremer Anhänger zu sein. Die zweite Hälfte startete dann denkbar schlecht: Frankfurt ging mit 1:0 in Führung. Die Eintracht machte von dort an gut Stimmung, welche bei uns natürlich schon längst verflogen war. "Wiese ist 'ne Frau" schallte durchs Stadion, welcher in seiner Hose bis zum Bauchnabel aber tatsächlich etwas merkwürdig aussah. Werder spielte in der Schlussphase nochmal stärker und als sogar unser Keeper mit nach vorne ging, sah es kurz so aus, als könnten wir noch einen Punkt ergattern, doch der Schlusspfiff lies die letzte Hoffnung verblassen. Schnellen Schrittes gingen wir zurück zum warmen Bus und vertrieben uns die Heimfahrt mit Musik, Gesprächen über Gott und die Welt und natürlich Beobachtungen unseres Mitreisenden C. , der sich als Heartbreaker des Busses erwies. ;)Eine sportlich unerfreuliche Fahrt - lustig war es wie immer.
Strecke: 879 km (hin und zurück)
Zuschauer: 45600
Anreise: Bus
Tore: 1:0 Russ (57.)
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