12.03.09 - Werder Bremen - AS St. Etienne 1:0

Seit ich die französische Liga verfolge habe ich einen Verein, dem ich in diesem Land die Daumen drücke und das ist und war immer St. Etienne. Umso erfreulicher war es für mich, diesen Verein mal in unserer Stadt begrüßen zu dürfen. Nach der Schule ging es nach ein paar Bier mit dem Bus zum Stadion, wo wir uns zunächst mit ein paar alten Bekannten von der Mailandfahrt trafen, um vor dem Spiel noch was zu trinken. Wir entschieden uns recht kurzfristig noch unsere Karten zu tauschen, um mit den Leuten zusammen in der Ostkurve das Spiel sehen zu können. Wir waren recht spät dran und die Mannschaften kamen bereits wenige Minuten nach unserer Ankunft aus der Kabine. St. Etienne wurde wie erwartet von einem prall gefüllten Gästeblock begleitet, der die Mannschaft 90 Minuten lang supportete und uns eine Lehrstunde gab, wie man sein Team zu unterstützen hat. Selbst Tim Wiese sagte nach dem Spiel in einem Interview, dass die Gäste lauter als das Stadion gewesen seien und dass sie nächste Woche ein Hexenkessel erwarten wird. Es fiel zunächst auf, dass Merte fehlte - dass Özil nicht spielen wird, hatte man ja schon durch die Presse mitbekommen. Es sollte eine Schweigeminute folgen, in der an die Opfer des Amoklaufes gedacht werden sollte, weshalb die Mannschaften auch mit schwarzem Trauerflor aufliefen. Leider gab es dabei eine kleine Panne, weshalb später die Ultras verurteilt wurden - völlig zuunrecht. Stolli hatte nämlich durch die Lautsprecher die Schweigeminute bereits für beendet erklärt. Nach seiner Ansage war es wirklich kurze Zeit sehr leise im Stadion und es war eine gespenstische Atmosphäre. Jedoch nur für ein paar Sekunden, denn nach Beendigung der Schweigeminute fing die Kurve natürlich an zu singen, obwohl die Spieler noch immer an die Opfer dachten und erst jetzt am Kreis standen. Ich denke jedoch die Schuld ist hier bei den Ofiziellen zu suchen und nicht bei der Kurve / den Ultras. Nach einer Viertelstunde musste dann noch Jensen mit einer blutenden Nase das Spielfeld verlassen - für ihn kam Hunt. Doch nach zwanzig Minuten konnten wir das erste mal jubeln als Naldo, der einmal mit nach vorne gedrungen war, das 1-0 machte. Er widmete das Tor seiner Tochter, die bald geboren wird. Wir sie wohl heißen wird? Nach Naldo und Naldinho jetzt vielleicht Naldiana? St. Etienne zeigte ich ziemlich schwach und Werder kam zu weiteren Chancen, die sie jedoch alle ausließen. Die Halbzeit wurde mit Anekdoten aus Mailand überbrückt und durch gegenseite Beschuldigungen, warum wir nicht nach St. Etienne fahren. Nach der Pause war Werder schlechter und das Spiel war allgemein sehr unansehnlich. Werder wollte und St. Etienne konnte nicht so wirklich nach vorne spielen und so ging die Kiste mit 1-0 an uns. Die Heimfahrt gestaltete sich wieder flüssig, weswegen es für mich unmöglich war zuhause für die Klausur zu lernen, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte. Aber was ist bitteschön die wichtigste Sache der Welt? Richtig: Werder in Europa.

Strecke: /
Zuschauer: 30116
Anreise: /
Tore: 1:0 Naldo (20.).

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