17.07.08 - SC Fortuna Köln - Werder Bremen 1:3

Die dunklen Wolken am Himmel ließen uns schon am Tag unserer Abreise nichts Gutes erahnen und als dann auch noch unser Zug zum Hauptbahnhof nicht wie geplant fahren wollte, standen alle Zeichen auf "Das kann ja heiter werden". Das Wetter wurde jedoch alles andere als heiter - wenigstens kamen wir noch durch Hilfe von Svens Mutter rechtzeitig zum Zug. Da dieser schon ziemlich voll wahr, machten wir es uns im Fahrradabteil bequem und vebrachten die Zeit mit Beobachtungen der anderen Reisenden - wie immer war dort der eine oder andere Freak zu belächeln. Angekommen an der Endhaltestelle ging es rauf auf die Fähre, Karte bezahlt und ab aufs Deck, wo es ausnahmsweise einmal trocken war. Die Überfahrt verbrachten wir mit Diskussionen über Inseln (Sven war fest davon überzeugt, dass die rechte Insel Baltrum war und ich wollte nicht davon ablassen, dass wir auf die linke Insel zusteuerten - beide lagen falsch: wir steuerten auf die rechte Insel zu, welche selbstverständlich Norderney war). Desweiteren gab es noch ein paar Suizid-Möwen und einen Fischkutter zu bestaunen, der scheinbar von Vögeln übernommen worden war.Nachdem die Alarmanlage eines Audis uns zum x-ten mal zum verzweifeln gebracht hatte, kamen wir auf der Insel an und orientierten uns an unserer Karte. Wir schleppten unser Gepäck die nicht enden wollende Deichstraße entlang, mussten in der Strasse "Lüttje Legde" kurz vor lachen pausieren und kamen nach dem Waldweg beim Campingplatz an. Angemeldet beim Platzwart (wir tauften ihn Udo) und ab ging es ans Aufbauen des Zeltes. Nach langer Diskussion, ob es sinvoll ist das Vorzelt auch aufzubauen oder als zusätzlichen Regenschutz zu benutzen, stand es endlich und wir waren schon ein bißchen stolz.
Wir checkten kurz, wo das Waschhaus zu finden ist und machten uns auf den Weg zum Spiel. Vorher hatte es erneut stark zu regnen anzufangen und die Frage,warum wir keinen Regenschirm mitgenommen hatten ratterte immer wieder durch unsere Köpfe. Wir fanden den Sportplatz, machten mich beim Ticketkauf 2 Jahre jünger und investierten den gerade illegal erworbenen Rabatt gleich in Pommes. Links neben einem der Tore fanden wir unseren Platz und warteten auf den Anpfiff.
Vor den Mannschaftsaufstellungen erklärte der Stadionsprecher noch das neue Vereinskonzept der Fortuna, bei dem die Community im Internet bei der Aufstellung, Transfers oder Trikotgestaltung mitbestimmen kann. Der Verein will sich finanziell so wieder festigen und den Wiederaufstieg in den Profifussball schaffen. Viel Glück dafür! In Werders Startaufstellung war nun endlich auch Diego, der jedoch im Spiel nicht sehr motiviert wirkte, ansonsten starteten die Bremer mit einer ähnlichen Elf wie in den Spielen zuvor. Zum Einlauf machten auch die ca. 20 mitgereisten Kölner auf sich aufmerksam - aktive Fans auf Werderseite suchte man dieses mal vergeblich.
Wie in jedem Testspiel gingen wir schnell durch einen strammen Schuss von Pasanen in Führung. Werder kombinierte gut, kam jedoch selten zu wirklich guten Chancen und so dauerte es bis zur 25. Minute, ehe Vranjes auf 2:0 erhöhte. Nur vier Minuten später schossen die Kölner jedoch den Anschlusstreffer und ich war mir für einen Moment nicht sicher, ob wir dieses Spiel vielleicht sogar verlieren könnten. In der Halbzeit tauschte Werder die gesamte Mannschaft aus und so kam auch Markus Rosenberg (Fussballgott~!) zu seinem ersten Einsatz im Werder-Jahr. Er vergab jedoch eine dicke Chance nach der anderen und hatte bei seinem Lattentreffer auch noch großes Pech. Durch ein Eigentor der Kölner machte Werder jedoch alles klar und gewann mit schweren Beinen "nur" 3:1.Nach dem Spiel durften alle Zuschauer auf den Platz stürmen um Autogramme und Fotos zu ergattern. Die meisten Profis sprinteten jedoch schnell zu Kabine und nahmen sich keine Zeit die Kinder. Lediglich Kruse, Prödl und Schaaf blieben wirklich lange auf dem Platz. Wir nutzten die Gelegenheit, da wir ja überhaupt keinen Zeitdruck hatten und machten Bilder mit Allofs, dem Kölner Stürmer "Stasi" Stasiulewski und dem DSF Moderator Jörg Dahlmann.
Eigentlich wollten wir danach noch zum Strand, aber da es wirklich aus Kübeln goss, zogen wir uns ins Zelt zurück und spekulierten, wieviel Wasser unser Vorzelt eigentlich tragen konnte, denn es bildete sich langsam ein See auf der Plane, der von unten wie eine Blase aussah. Mit Salzstangen und Cola (tödliche Mischung) wurde der Abend verbracht, ehe wir dann irgendwann zu müde wurden und versuchten zu schlafen. Das war allerdings nicht sehr einfach, da eine Mischung aus Regentropfen auf dem Dach, das Meeresrauschen und das Rauschen der Bäume eine unfassbare Geräuschekulisse boten. Als wir dann gerade eingschlafen waren, verkündete mein Handy mit dem schöner Counter-Strike Sound "UNSTOPPABLE" eine SMS und der Schlaf war wieder Geschichte. Am nächsten Morgen hatte das Vorzelt den Wassermassen fast nachgegeben, trotzdem regnete es ununterbrochen weiter. Wir hätten uns auch einfach auf die Wiese stellen können, entschieden uns aber für eine warme Dusche im Sanitärhaus. Zwei trockene Minuten nutzten wir um das Zelt abzubauen, bei dem sich der Reissverschluss der Tragetasche verabschiedete und schleppten uns erneut mit Sack und Pack in Richtung Fähre. Da diese jedoch erst eine halbe Stunde später ablegte, vertrieben wir uns die Zeit mit dem Meer und verfluchten das Wetter (man beachte Svens Jacke).Auf der Fähre wäre ich in den gemütlichen Sesseln am liebsten gleich eingeschlafen, doch das Schaukeln hinderte mich daran. Der anschließende Zug wurde gerade noch erwischt und während der Fahrt wurde die Zeit mit PSP, Handy und Verteidigung unseres 4er Platzes totgeschlagen. Erschöpft, aber glücklich ging die diese sehr nasse aber auch sehr geile Fahrt zuende.

Strecke: 277.18 km (hin und zurück)
Zuschauer: 3500
Anreise: Zug / Schiff
Tore: 1:0 Pasanen (08.), 2:0 Vranjes (25.), 1:2 Stasiulewski (29.), 3:1 Eigentor Mimbala (56.)

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